Windräder stehen im Windpark Schöneseiffen auf einem Bergrücken. | Bildquelle: dpa

WHO-Empfehlung So leise wie leichter Regen

Stand: 10.10.2018 10:47 Uhr

Es wird immer lauter um uns herum. Das kann zu Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. In ihren neuen Leitlinien nimmt die Weltgesundheitsorganisation nun auch Windenergieanlagen ins Visier.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Straßenverkehr, Flugzeuge, Züge: Lärm beeinträchtigt nicht nur unser Wohlbefinden, sondern ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Das ist hinlänglich bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation hat nun stärkere Belege für die Auswirkungen von Umgebungslärm auf uns Menschen. "Lärm macht krank", sagt Jördis Wothge, Umweltpsychologin vom WHO-Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn.

WHO will mit neuen Leitlinien Menschen besser vor Lärm schützen
tagesschau 12:00 Uhr, 10.10.2018, Wolfgang Wanner, ARD Genf

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Auf Dauer schädlich

"Lärm kann dazu führen, dass wir höheren Blutdruck haben, dass wir Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekommen bis hin zum Herzinfarkt. Es kann zur Folge haben, dass wir schlechter schlafen. Es kann auch zur Folge haben, dass wir nicht ganz so schnell denken können wie sonst oder es uns schwerer fällt, uns zu konzentrieren", so Wothge. Es könne auch Einfluss auf unser Hören haben: "Wir können so etwas wie einen Tinnitus entwickeln."

Lärm werde in zunehmenden Maß zum Problem, heißt es von der Weltgesundheitsorganisation. Es müsse mehr getan werden, um die Bevölkerung zu schützen. Schon 1999 und 2009 hatte die WHO Richtlinien zur Lärmbelastung veröffentlicht. Die sind aber eher allgemeiner Natur.

Mann mit Schlafstörungen | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie
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Lärm kann zu Schlafstörungen führen - im schlimmsten Fall auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, warnen Experten.

Lärm aus unterschiedlichen Quellen

Die nun erarbeiteten neuen Leitlinien sind wesentlich spezieller, weil sie auch neue Lärmquellen einbeziehen, erklärt Lärmwirkungsexpertin Wothge: "Insbesondere konzentrieren sie sich darauf, dass sie ganz viele Aussagen dazu treffen, wie sich Umgebungslärm auf den Menschen auswirkt - insbesondere von fünf verschiedenen Umgebungslärmquellen: Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Fluglärm, Lärm von Windenergieanalagen und Lärm von Freizeitaktivitäten."

Freizeitaktivitäten, damit sind Konzerte, Discobesuche oder Sportveranstaltungen gemeint, aber auch das Hören von lauter Musik auf eigenen Geräten. Hier sollte die Belastung im Jahresdurchschnitt 70 Dezibel nicht überschreiten. Das entspricht dem Lärm eines Rasenmähers. Neu berücksichtigt in den Leitlinien sind die Geräusche von Windkraftanlagen. Für sie empfiehlt die WHO einen durchschnittlichen Lärmpegel von weniger als 45 Dezibel. Das ist weniger als leichter Regen.

Dringende Empfehlungen

Die neuen Leitlinien sind strenger als die derzeit in der EU geltenden Grenzwerte. Doch sie sind nicht bindend. Dennoch verknüpfen die Experten der WHO damit einen konkreten Auftrag an politische Entscheidungsträger: "Es ist so, dass wir Richtlinien entwickeln und Empfehlungen an Politik und Entscheidungsträger herantragen, dass es von unserer Seite nicht nur wünschenswert, sondern dringend empfohlen wird, diese Werte schnellstmöglich umzusetzen", so Wothge.

Die Leitlinien der WHO sollen ein Anhaltspunkt für die Politik sein, wenn es darum geht, Richtwerte festzulegen oder bauliche Maßnahmen zu veranlassen - oder diese einzufordern. Eines ist klar: Handlungsbedarf besteht.

Neue WHO-Leitlinien für Lärmbelastung
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
10.10.2018 10:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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