Trauer um ein Covid-19-Opfer | Myke Sena/EPA-EFE/Shutterstock

WHO zur Corona-Pandemie Noch lange kein Ende in Sicht

Stand: 02.08.2020 13:21 Uhr

Die WHO rechnet nicht damit, dass die Corona-Pandemie bald vorbei sein wird. Die Gefahr sei nach wie vor "sehr hoch", warnte die Organisation. In einigen Teilen der Welt breitet sich das Virus weiter rasant aus.

Ein Ende der Corona-Pandemie ist nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht in Sicht. Das WHO-Notstandkomitee erwarte, dass die Pandemie "sicher sehr lang" andauern werde, teilte die Organisation mit - sechs Monate, nachdem sie den internationalen Notstand ausgerufen hatte.

In Lateinamerika und der Karibik stieg die Zahl der Corona-Todesfälle auf mehr als 200.000. Auch in Südafrika und Australien greift die Pandemie weiter um sich. Nach wie vor sei die Gefahr durch Covid-19 "sehr hoch", warnte das Komitee. Zugleich sah es die Gefahr, dass wegen des "sozio-ökonomischen Drucks" eine Ermüdung beim Einsatz von Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne.

Das WHO-Hauptquartier in Genf. | REUTERS

Die WHO rechnet nicht damit, dass die Corona-Krise bald bewältigt ist. Bild: REUTERS

Neuer Ausbruch in Australien

Weltweit haben sich nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP, die auf offiziellen Angaben beruht, bislang rund 17,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 685.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

Länder, die die Epidemie zunächst unter Kontrolle gebracht hatten, melden inzwischen neue Ausbrüche. So erklärte der australische Bundesstaat Victoria nach einem dramatischen Anstieg der Corona-Infektionen den "Katastrophenzustand" und verschärfte die Ausgangssperre in der Millionenmetropole Melbourne.

Steigende Fallzahlen in Südafrika

In Südafrika überschritt die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen am Samstag die Marke von einer halben Million. Die Zahl der Todesfälle liegt nach offiziellen Angaben bei 8153.

Südafrika ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Allerdings wird dort auch mehr getestet als in vielen anderen afrikanischen Staaten.

Mehr als 200.000 Tote in Lateinamerika

In Lateinamerika und in der Karibik wurden bislang mehr als 4,9 Millionen Infektionen verzeichnet. Fast drei Viertel der Toten entfallen auf Brasilien und Mexiko.

Mexiko meldete am Samstag den zweiten Tag in Folge eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden nach Behördenangaben 9556 neue Fällen registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen liegt demnach bei über 434.000. Mexiko ist nach den USA und Brasilien weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen.

Notfallbehandlung einer Corona-Patientin in Brasilien | Andre Sousa Borges/EPA-EFE/Shutt

Eine Corona-Patientin wird in Brasilien behandelt. In Lateinamerika steigen die Infektionszahlen weiter stark an. Bild: Andre Sousa Borges/EPA-EFE/Shutt

Dramatischer Anstieg in Hongkong

Auch in Hongkong, das die Corona-Epidemie zunächst gut unter Kontrolle bekommen hatte, stiegen die Infektionszahlen zuletzt wieder dramatisch an. Die Behörden eröffneten deshalb am Samstag auf dem ehemaligen Expo-Gelände ein Feldlazarett für 500 Covid-19-Patienten.

In den USA wurden bislang rund 4,6 Millionen Infizierte und mehr als 154.000 Todesfälle gemeldet. In Europa stieg die Zahl der Infektionen auf knapp 3,2 Millionen. Mehr als 210.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. August 2020 um 08:03 Uhr.

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KOMMENTARE

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pnyx 02.08.2020 • 16:57 Uhr

Grundsätzlich ist die

Grundsätzlich ist die Berichterstattung ok., aber ich würde, auch angesichts der Stimmung in gewissen deutschen Kreisen, mit Charakterisierungen wie 'dramatisch' sparsam umgehen. Hongkong verzeichnet im Moment 3'512 Infiszierte, davon ca. 2'000 wieder Gesundete, 34 Tote. Zurzeit steigt die Zahl um gut Hundert täglich. Das ist gewiss eine deutliche Zunahme, Verschlechterung der Situation gegenüber dem Stand vor einigen Wochen, aber 'dramatisch' ist das nicht. Als dramatisch kann man die Situation in gewissen Gebieten der usa, Brasilien, Mexikos etc. bezeichnen. Es ist wichtig, so exakt und nüchtern wie möglich zu berichten.