US-Vizepräsident Pence bei einer Rede über Venezuela | Bildquelle: dpa

Lage in Venezuela Pence fordert Ende der "Tyrannei"

Stand: 02.02.2019 04:56 Uhr

US-Vizepräsident Pence hat einen Machtwechsel in Venezuela gefordert. Die Tyrannei von Maduro müsse beendet werden. Der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó rief zu Protesten gegen die Regierung auf.

Im Machtkampf zwischen dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó hat US-Vizepräsident Mike Pence zu einem Machtwechsel aufgerufen. "Das ist keine Zeit des Dialogs, das ist die Zeit der Taten", sagte Pence vor Exil-Venezolanern in Florida. "Es ist an der Zeit, die Diktatur von Maduro ein für alle mal zu beenden." Pence schloss auch eine US-Militärintervention nicht definitiv aus. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte er.

"Die USA versuchen, mit diplomatischem und wirtschaftlichem Druck zu einem friedlichen Übergang zur Demokratie beizutragen", sagte er bei seinem Auftritt in der Stadt Doral. "Nicolás Maduro würde gut daran tun, die Entschlossenheit der USA nicht auf die Probe zu stellen."

Venezolanische Soldaten | Bildquelle: AFP
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Kann der venezolanische Oppositionsführer Guaidó das Militär auf seine Seite ziehen?

Rückendeckung vom Militär

Zwar kann Maduro noch immer auf Rückendeckung durch das mächtige Militär zählen. Allerdings bemüht sich Guaidó seit Tagen, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen. Unter anderem versprach er den Soldaten Straffreiheit, wenn sie ihn unterstützen.

Guaidó ist der Präsident des von der Opposition kontrollierten, aber von Maduro schon vor Langem entmachteten Parlaments. Er hatte sich am 23. Januar als Übergangsstaatschef vereidigen lassen und den Präsidenten damit offen herausgefordert.

Die Opposition erhöht nun den Druck. Für Samstag riefen die Regierungsgegner zu Massenprotesten in ganz Venezuela und im Ausland auf. Die Opposition will Maduro zur Machtübergabe an eine Übergangsregierung drängen und freie und faire Neuwahlen ausrufen.

"Venezolanische Brüder auf der ganzen Welt, wir sind ein Team, wir sind eine Nation, wir zählen auf euch", beschwor Guaidó seine Landsleute in einem Aufruf. Nicht nur in Venezuela, auch in den USA, Spanien, Peru, Mexiko und Argentinien, wo viele Venezolaner wohnen, wurden Demonstrationen erwartet. Bei den jüngsten Massenprotesten vor gut einer Woche waren in Venezuela mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen und rund 850 festgenommen worden.

Viel Unterstützung für Guaidó

International erhält Guaidó viel Unterstützung, insbesondere von den USA und einer Reihe lateinamerikanischer Länder. Nach dem Ablauf eines Ultimatums könnten am Wochenende auch Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande und Belgien den Interimspräsidenten anerkennen.

Graffiti in Venezuela mit der Aufschrift "Maduro Dictador" | Bildquelle: AFP
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Venezuela befindet sich seit etlichen Monaten in einer schweren Krise. Viele werfen Präsident Maduro inzwischen vor, das Land diktatorisch zu regieren.

"Wollen Venezuela zu einem stabilen Land machen"

Eine gemeinsame Erklärung der Europäischen Union als Ganzes erscheint eher unwahrscheinlich. Guaidó versuchte zuletzt sogar, die internationale Front der Maduro-Unterstützer aufzubrechen und Russland und China für sich zu gewinnen. Ihre Investitionen in dem südamerikanischen Krisenstaat seien unter seiner Regierung besser geschützt als unter der Maduros, sagte er. "Wir hingegen wollen Venezuela zu einem stabilen Land machen, das Wohlstand erzeugt, Investitionssicherheit garantiert und zu seinen Verpflichtungen steht."

Einen Vermittlungsversuch der bislang neutralen Länder Mexiko und Uruguay lehnte Guaidó ab. "Sich in diesem historischen Moment für neutral zu erklären bedeutet, sich auf die Seite des Regimes zu stellen, das Hunderttausende Menschen zu Elend, Hunger, Exil und Tod verdammt hat", schrieb er in einem Brief an die Präsidenten der beiden Länder.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Februar 2019 um 09:00 Uhr.

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