Tigermücke

Aus Angst vor dem Zika-Virus Florida stoppt Blutspenden

Stand: 29.07.2016 11:02 Uhr

Im US-Bundesstaat Florida dürfen die Bewohner von zwei Bezirken kein Blut mehr spenden. Schuld ist das Zika-Virus - vier Patienten könnten sich in den USA infiziert haben. Erst wenn es Tests gibt, mit denen Blutspenden überprüft werden können, soll das Verbot aufgehoben werden.

Die Gesundheitsbehörden von Florida haben in zwei Bezirken des US-Bundesstaates ein Verbot ausgesprochen, Blut zu spenden. Der Grund ist die Angst vor einer Ausbreitung des Zika-Virus. Die von Mücken übertragene Krankheit ist normalerweise ungefährlich - bei schwangeren Frauen kann eine Ansteckung aber zur Folge haben, dass ihre Kinder mit Mikrozephalie geboren werden. Die Neugeborenen leiden dann unter Entwicklungsstörungen, weil sie meist mit deutlich zu kleinem Kopf geboren werden.

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Im vergangenen Herbst war in Brasilien eine Epidemie ausgebrochen, tausende Ansteckungen wurden registriert. Anschließend breitete sich das Virus zunächst in Südamerika aus, bis Anfang des Jahres auch die USA erste Infektionen meldeten. Allein in Florida wurden seitdem rund 380 Fälle erfasst.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

Erste Infektionen in USA?

Doch bislang handelte es sich immer um Infizierte, die sich bei Auslandsreisen mit dem Virus angesteckt hatten. Nun besteht bei vier Patienten erstmals der Verdacht, dass sie sich in den USA infiziert haben. Was bedeuten könnte, dass die Mücken, die Zika übertragen, sich mittlerweile auch in den USA ausbreiten.

Nach Angaben der zuständigen Behörden soll der Stopp für die Blutspenden solange gelten, bis entweder Tests entwickelt wurden, um das abgegebene Blut auf das Virus zu prüfen oder bis es Technologien gibt, mit deren Hilfe das Virus in den Spenden neutralisiert werden kann

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. Juli 2016 um 08:23 Uhr.

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