Ein Absolvent geht im schwarzen Talar die Stufen vor der Harvard Universität hinunter. | Bildquelle: CJ GUNTHER/EPA-EFE/Shutterstock

Corona-Krise in den USA Studierende können doch bleiben

Stand: 14.07.2020 22:26 Uhr

Ausländische Studierende an US-Hochschulen können aufatmen: Die US-Regierung zieht die angedrohte Ausweisung wegen der Corona-Pandemie zurück. Zahlreiche Hochschulen sowie mehrere Bundesstaaten waren juristisch gegen die Pläne vorgegangen.

Die US-Regierung hat ihre Drohung zurückgezogen, Tausende ausländische Studierende zum Wintersemester ausweisen zu wollen. Betroffen waren Studierende, deren Hochschulen ihre Kurse wegen der Corona-Pandemie nur noch online abhalten wollen.

Doch nun gab die US-Einwanderungsbehörde ICE bekannt, die Ausreise sei nicht nötig. Auch ein Wechsel an eine Universität, die ihre Kurse trotz Corona-Krise weiterhin regulär anbieten wolle, sei nicht notwendig.

Hochschulen und Bundesstaaten zogen vor Gericht

Damit gibt die US-Regierung dem Druck zahlreicher Hochschulen nach, die gegen die angekündigte Regelung vorgegangen waren. Unter den ersten Universitäten, die juristisch gegen die angedrohte Ausweisung vorgegangen waren, waren Harvard und das Massachusetts Institute of Technology. Mehr als 180 Institutionen landesweit unterstützten die Klage der beiden Elite-Hochschulen. Ein Gericht in Boston sollte sich noch im Laufe des Tages mit der Klage befassen.

Das Hauptargument der Unis: Mit ihrer Anweisung setze sie die US-Regierung unter zu großen Druck, die Lehrpläne innerhalb kürzester Zeit umzuarbeiten. Zudem stelle die Regierung die Hochschulen vor die Wahl, entweder Präsenzunterricht anzubieten, ohne Rücksicht auf die Risiken durch die Corona-Pandemie zu nehmen - oder ihre Studentinnen und Studenten aus dem Ausland zum Verlassen der USA zu zwingen, schrieben 59 Hochschulen in einem am Montag eingereichten Antrag. Zudem verwiesen die Institute auf drohende finanzielle Einbußen. Ausländische Studierende zahlen in den USA die höchsten Studiengebühren.

Doch nicht nur Hochschulen waren vor Gericht gezogen, auch Einzelstaaten und Landkreise hatten Klage eingereicht. Am Montag zog Massachusetts vor ein Bundesgericht, unterstützt von 16 Justizministerien anderer Bundesstaaten.

Auch Tausende Deutsche wären betroffen gewesen

Die ICE hatte die Entscheidung, Studierende aus dem Ausland vorerst auszuweisen, vor einer Woche bekanntgegeben. Dazu hätten nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin auch rund 9200 Deutsche gezählt. Knapp 100 bereits in den USA Studierende oder künftige Studenten hatten sich daraufhin per Brief an die Bundesregierung gewandt und um Hilfe gebeten.

Kehrtwende in US-Politik: Ausländische Studierende dürfen nun doch bleiben
Claudia Sarre, ARD Washington
15.07.2020 06:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juli 2020 um 08:00 Uhr.

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