Ein ausgestopftes Exemplar eines Elfenbeinspechts in der California Academy of Sciences in San Francisco | AP

Für ausgestorben erklärt Erfolglose Suche nach dem Elfenbeinspecht

Stand: 29.09.2021 21:37 Uhr

Einst war er einer der bekanntesten Vögel der USA. Doch nun gilt der Elfenbeinspecht - ebenso wie 22 weitere Tier- und Pflanzenarten - als ausgestorben. Die zuständige US-Behörde sieht die Schuld vor allem beim Menschen.

Eine US-Behörde hat 23 Tier- und Pflanzenarten endgültig für ausgestorben erklärt. Zu den von der Bundesbehörde für Fischerei und Wildtiere benannten Arten gehört beispielsweise der Elfenbeinspecht, einst einer der bekanntesten Vögel des Landes. Neben Vögeln wurden auch eine Fledermaus, zwei Süßwasserfische, acht Muschelarten und eine Pflanze für ausgestorben erklärt. Wissenschaftler hatten seit Jahren versucht, diese Arten in der freien Wildbahn ausfindig zu machen - ohne Erfolg. Einige Forscher halten es jedoch für möglich, dass einige von ihnen irgendwann irgendwo wieder auftauchen.

Die Behörde leitete für die betroffenen Arten das Verfahren zur Streichung von der Liste der gefährdeten Arten ein. Diese Nachricht "unterstreicht, wie menschliche Aktivitäten zum Rückgang und Aussterben von Arten führen können, indem sie zum Verlust von Lebensraum, zur Übernutzung und zur Einschleppung von invasiven Arten und Krankheiten beitragen", erklärte die Behörde. "Es wird erwartet, dass die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels diese Bedrohungen noch verschärfen werden", hieß es weiter.

Verbleib des Elfenbeinspechts ist Mysterium

Der Elfenbeinspecht hatte schwarz-weißes Gefieder mit einem roten Kamm bei den Männchen, und wurde etwa 50 Zentimeter groß. Er gehörte damit zu den größten Spechten der Welt. Wegen seiner Größe und Schönheit trug er den Spitznamen "Lord God Bird": Vogel des Herrn und Gottes.

Der Verbleib des Vogels war ein Mysterium unter Forschern, mehrfach gab es unbestätigte Berichte über Sichtungen. Die Fachleute sind sich jedoch einig, dass er zuletzt im April 1944 im Nordosten des Bundesstaats Louisianas zweifelsfrei gesehen wurde - er war in den Sümpfen der Südstaaten der USA beheimatet. Der Vogel wurde erst 1967 als bedrohte Art eingestuft. Er fiel vermutlich der Abholzung seines Lebensraums sowie der Jagd durch Sammler zum Opfer.

Unter den insgesamt 23 ausgestorbenen Arten sind auch elf Arten aus Hawaii und Guam. Tiere, die auf Inseln leben, sind aufgrund ihrer Isolation leichter vom Aussterben bedroht als Festlandbewohner. Auf Hawaii und den Pazifikinseln gibt es mehr als 650 bedrohte Pflanzen- und Tierarten, mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat. Viele davon gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 06. Juli 2021 um 18:30 Uhr.