Aufsteller mit Screenshots russischer US Wahlkampfwerbung | Bildquelle: REUTERS

Beeinflussung der US-Wahl 2016 Russen wegen Verschwörung angeklagt

Stand: 16.02.2018 20:34 Uhr

In die Affäre um eine mögliche Beeinflussung der US Präsidentschaftswahl 2016 kommt Bewegung: Eine Jury hat 13 Russen wegen Verschwörung angeklagt. Präsident Trump sieht sich dadurch entlastet.

Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: REUTERS
galerie

Sonderermittler Mueller sieht die Anklage durch viele Beweise abgesichert.

Eine US-Jury hat wegen der mutmaßlichen Einmischung in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf Anklagen gegen mehrere Russen erhoben. Sonderermittler Robert Mueller erklärte, es gebe zahlreiche Beweise.

Neben 13 Einzelpersonen sind auch drei russische Einrichtungen angeklagt. Die Vorwürfe der Grand Jury lauteten auf Konspiration, Betrug unter Einsatz von Kommunikationsmitteln, Bankbetrug und schwere Fälle von Identitätsdiebstahl. Ziel ist es laut Anklageschrift gewesen, "Zwietracht im politischen System der USA zu säen, einschließlich der Präsidentenwahl 2016".

Trump fordert "Ende der Angriffe" gegen ihn

US-Präsident Donald Trump schrieb dazu auf Twitter, "weit her geholte Theorien" über Geheimabsprachen "dienen nur den Zielen schlechter Akteure wie Russland". Russland habe die Einmischung gestartet, lange bevor er seine Kandidatur erklärt habe. "Die Trump-Kampagne hat nichts Falsches getan - keine geheime Absprache." Es sei nun an der Zeit, "dass wir die haarsträubenden parteiischen Angriffe stoppen".

An der Operation waren den Angaben zufolge bereits seit 2014 "Hunderte" Menschen beteiligt, mit einem Budget von mehreren Millionen Dollar. Einige der Angeklagten hätten sich als Amerikaner ausgegeben und mit Personen kommuniziert, die mit der Kampagne des späteren Wahlsiegers Donald Trump in Verbindung gebracht würden.

Russland erklärt Anklage für "absurd"

Anführer der Gruppe war demnach ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Gruppe war in St. Petersburg ansässig, einige der Angeklagten reisten aber auch in die USA. Zwei der angeklagten Unternehmen sollen Verträge mit der russischen Regierung gehabt haben.

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wies die Vorwürfe zurück: Dass 13 Menschen trotz eines Milliardenbudgets der Geheimdienste, Spionageabwehr und neuester Technologien die Wahl beeinflusst haben sollen, sei absurd, schrieb sie auf Facebook.

Weitere Ermittlungen auch gegen Trump

Der frühere FBI-Chef Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des Präsidentenwahlkampfs geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Bisher wurden in der Affäre vier Personen beschuldigt, darunter Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn sowie sein ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort.

Es steht auch der Vorwurf im Raum, dass Trump im Zusammenhang mit der Affäre die Justiz behindert haben soll. Trump hat eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet Ermittlungen, die auch eine etwaige Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd. Auch Moskau wies die Vorwürfe wiederholt zurück.

Mehr zum Thema

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Februar 2018 um 21:45 Uhr.

Darstellung: