Ausschreitungen vor dem US-Kapitol | dpa

Nach Sturm auf US-Kapitol Rechtsextreme Proud Boys angeklagt

Stand: 31.01.2021 00:15 Uhr

Im Wahlkampf hatte Ex-Präsident Trump die rechtsextreme Gruppe für seine Zwecke eingespannt - nun sind zwei Mitglieder der Proud Boys wegen des Sturms auf das US-Kapitol Anfang Januar angeklagt worden.

Gut drei Wochen nach dem Sturm auf das US-Kapitol in Washington sind zwei Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Proud Boys angeklagt worden. Ihnen werde unter anderem Verschwörung zu einem Verbrechen vorgeworfen, hieß es in der Anklageschrift. Einer der beiden Männer, der 43-jährige Dominic P., war demnach auf Videoaufnahmen dabei zu sehen, wie er mit dem gestohlenen Schild eines Polizisten ein Fenster am Kapitol einschlug und damit zahlreichen Randalierern den Weg ins Gebäude ebnete. Ihm und dem 31-jährigen William P. wird unter anderem noch Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Offenbar erste Anklagen gegen Proud Boys

Im Zusammenhang mit dem Angriff durch gewaltbereite Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump sind auf Bundesebene bisher gegen mehr als 150 Menschen Anklagen erhoben und Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Kürzlich waren auch drei Mitglieder einer paramilitärischen Gruppe wegen Verschwörung zu einem Verbrechen angeklagt worden.

Die am Freitag erhobenen Vorwürfe gegen die Proud Boys sind aber - soweit bekannt - die ersten gegen Mitglieder dieser Gruppe. Trump hatte die Proud Boys im Wahlkampf aufgefordert, "bereitzustehen".

Anklagepunkte ausgeweitet

Die Anklagen der Staatsanwälte im Zusammenhang mit dem Sturm aufs Kapitol werden zunehmend härter. Der ehemalige Soldat P. und der mit ihm angeklagte William P. waren zuvor wegen illegalen Betretens des Kapitols verhaftet worden. Die Anklage wurde nun aber deutlich ausgeweitet, unter anderem um den Punkt der Verschwörung mit dem Ziel, die Polizei beim Schutz des Kapitols zu behindern.

Anwälte der beiden gingen auf die Anklage zunächst nicht ein. P. ist seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden Anleitungen zur Herstellung von Feuerwaffen, Sprengstoff und Gift gefunden. Zeugenberichten zufolge sprach die Gruppe um P. nach dem Sturm darüber, dass sie jeden unliebsamen Abgeordneten umgebracht hätte, den sie erwischt hätte - auch den damaligen Vizepräsidenten Mike Pence.