Blackwater-Mitarbeiter in der Ausbildung

Nach tödlichen Schüssen in Bagdad 2007 Haftstrafen für Blackwater-Söldner

Stand: 14.04.2015 01:26 Uhr

2007 schossen sie in Bagdad auf eine Menschenmenge und töteten mindestens 14 Zivilisten. Erst jetzt endete in den USA der Prozess gegen vier Ex-Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Blackwater. Alle müssen für lange Zeit ins Gefängnis.

Vier ehemalige Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater müssen wegen tödlicher Schüsse auf irakische Zivilisten hinter Gitter. Fast acht Jahre nach der Schießerei auf einem Platz in Bagdad verurteilte ein US-Bundesgericht in Washington einen der Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Die anderen drei Männer erhielten wegen Totschlags Haftstrafen von jeweils 30 Jahren. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte eine Jury die Angeklagten für schuldig befunden - nun fiel die Entscheidung über das Strafmaß.

Der Fall im Jahr 2007 hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und mündete in jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen. Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als ob es zu keiner Anklage gegen die Beschuldigten kommen werde. 2010 war ein erster Prozess in den USA geplatzt, nachdem ein US-Bezirksgericht die Anklage verworfen hatte. Diese Entscheidung hob später ein Berufungsgericht auf, sodass das Verfahren neu aufgerollt werden konnte. Der nun zu Ende gegangene Prozess dauerte letztlich elf Wochen, in deren Verlauf mehr als 70 Zeugen aussagten.

Grundloser Angriff oder Selbstverteidigung?

Zu den eigentlichen Ereignissen auf dem Nissur-Platz in Bagdad gab es bis zuletzt sehr unterschiedliche Darstellungen. Die damaligen Blackwater-Mitarbeiter sagten vor Gericht aus, sie hätten den Fahrer eines herannahenden Autos damals für einen Selbstmordattentäter gehalten. Ihre Verteidiger erklärten zudem, es gebe Beweise, dass die Angeklagten von Aufständischen und irakischen Polizisten beschossen worden seien. Sie hätten dann in Selbstverteidigung zurückgeschossen.

Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma Blackwater bei einem Einsatz in Iraks Hauptstadt im Juli 2005.

Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma Blackwater waren jahrelang im Auftrag der US-Regierung im Irak im Einsatz.

Die Anklage argumentierte dagegen, es habe keine Schüsse auf das Blackwater-Personal gegeben. Die Männer hätten damals grundlos das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet - und willkürlich mit Sturm- und Maschinengewehren sowie Granatwerfern auf Männer, Frauen und Kinder geschossen. Laut einer US-Untersuchung starben dadurch 14 Zivilisten - irakische Ermittler gehen von 17 Todesopfern aus.

Diese folgenschweren Ereignisse verstärkten damals die Kritik am US-Militäreinsatz im Irak. Blackwater verlor später seine US-Aufträge in dem Land. Die Firma war vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt gewesen. Blackwater benannte sich später zunächst in Xe um und heißt seit 2011 Academi.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 14. April 2015 um 01:05 Uhr.

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KOMMENTARE

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vonderLeine 14.04.2015 • 09:24 Uhr

Die Richter haben natürlich

Die Richter haben natürlich das Recht der freien Beweiswürdigung. Was ich mich frage ist: Wären diese Männer auch zu verurteilen, wenn sie die Wahrheit gesagt haben (was nicht auszuschließen ist) ? Es fällt mir schwer zu glauben, dass ausgerechnet solche "Söldner" aus Jux und Tollerei auf harmlose Zivilisten geschossen haben sollen.