Ein Bagger arbeitet an einem zerstörten Haus. | AFP

Starke Regenfälle Tote nach Unwettern in Brasilien

Stand: 03.04.2022 11:04 Uhr

In Brasilien sind bei heftigen Unwettern mehr als 15 Menschen ums Leben gekommen. In einem Ort fiel an einem Tag so viel Regen wie normalerweise in sechs Monaten. Präsident Bolsonaro schickt das Militär zur Hilfe.

Im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janiero sind bei Erdrutschen nach heftigen Regenfällen mehr als 15 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch Kinder, teilten die brasilianischen Behörden mit. Demnach seien in den vergangenen 24 Stunden 850 Notrufe eingegangen. Es hätten 144 Menschen gerettet werden können.

In der Stadt Paraty, westlich von Rio de Janeiro, wurde der Notstand ausgerufen. Dort wurden sechs Menschen getötet, als ein Erdrutsch nach heftigem Regen mehrere Häuser am Strand weg riss, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

"Wir haben mehr als 70 obdachlose Familien", sagte Bürgermeister Luciano Vidal. Schlammlawinen blockierten Straßen, ganze Stadtteile seien ohne Strom. An einem Tag fielen in Paraty 322 Millimeter Regen, was dem Durchschnitt der Niederschläge in sechs Monaten entspricht.

Viele Menschen vermisst

Im Küstenort Angra dos Reis und der Gemeinde Mesquita nördlich von Rio kamen zwei weitere Menschen ums Leben. Mindestens 13 werden noch vermisst. In der Region hatte es zuletzt immer wieder heftig geregnet.

In der nordwestlich von Rio de Janeiro gelegenen Gemeinde Mesquita erlitt ein 38-Jähriger einen tödlichen Stromschlag, als er versuchte, eine andere Person vor den Überschwemmungen zu retten.

Bolsonaro will Militär entsenden

Präsident Jair Bolsonaro kündigte auf Facebook die Entsendung von Militärflugzeugen zur Unterstützung der Rettungsarbeiten an. Für die kommenden Tage sind weitere Regenfälle vorhergesagt.

In der Regenzeit kommt es in Brasilien häufig zu Überschwemmungen. Experten zufolge wird die Entwicklung durch den Klimawandel verschärft. Vor sechs Wochen erst waren bei heftigen Unwettern in der Stadt Petrópolis im Bundesstaat Rio de Janeiro mehr als 230 Menschen ums Leben gekommen. Fast 1000 Menschen wurden obdachlos.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. April 2022 um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.