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Desaster für United Airlines Passagier aus Maschine gezerrt

Stand: 11.04.2017 05:47 Uhr

So wie die größte US-Fluggesellschaft United Airlines sollte man es nicht machen. Weil ein Flug überbucht war und kein Passagier freiwillig später flog, wurde ein Mann aus dem Flieger gezerrt - ein Image-Desaster.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Schnell verbreitete sich das Video, das einer der Passagiere mit seinem Smartphone aufgenommen hatte, über die sozialen Medien. Im Internet wurde es millionenfach geklickt. Schließlich strahlten es die US-Fernsehsender in ihren Hauptnachrichten-Sendungen am Abend aus.

Zu sehen sind drei Flughafen-Polizisten, die einen 69-jährigen Passagier mit Gewalt aus seinem Sitz reißen. Der Mann wehrt sich mit lauten Schreien. Mit blutender Nase wird der am Boden liegende Fluggast von den Polizisten zum vorderen Ausgang gezerrt. Die anderen Passagiere trauen ihren Augen nicht: "Mein Gott! Was machen Sie mit ihm?", empört sich eine Frau.

Passagier wird gewaltsam aus überbuchtem Flugzeug gezerrt
unkommentiert, 11.04.2017

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Überbucht - aber niemand wollte gehen

Was war passiert? Der United Airlines-Flug am Sonntagabend von Chicago nach Louisville in Kentucky war - wie so viele Flüge in den USA - überbucht. Außerdem wollte die Fluggesellschaft kurzfristig vier zusätzliche Crew-Mitglieder mitnehmen, weil diese am nächsten Morgen in Kentucky sein mussten.

United Airlines suchte also nach Freiwilligen, die bereit waren, für 400 Dollar und eine kostenlose Hotelübernachtung auf ihren Flug zu verzichten. Doch auch als das Angebot auf 800 Dollar verdoppelt wurde, meldete sich niemand. Alle Passagiere wollten noch am Sonntagabend nach Hause fliegen.

Also wählte United Airlines vier Passagiere nach dem Zufallsprinzip aus und forderte sie auf, das Flugzeug zu verlassen. Drei gehorchten, doch der 69-jährige Mann weigerte sich. "Er war überhaupt nicht rebellisch", sagte Augenzeuge John Klaassen dem Sender CNN: "Als die Stewardess sagte, er müsse das Flugzeug verlassen, sagte er: Ich bin Arzt. Auf mich warten morgen Patienten. Ich muss zurück nach Louisville und bleibe im Flugzeug."

United-Airlines-Vorstandschef Oscar Munoz | Bildquelle: REUTERS
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United-Airlines-Vorstandschef Oscar Munoz hat seit dem Zwischenfall ein Problem.

Flughafen-Polizist beurlaubt

Daraufhin wurden die Flughafen-Polizisten gerufen. Einer von ihnen wurde wegen seines rabiaten Vorgehens mittlerweile beurlaubt. Zur Begründung sagte die Flugsicherheitsbehörde von Chicago: Der Vorfall sei nicht im Einklang mit dem standardmäßigen Prozedere in solchen Fällen gewesen.

United @united
United CEO response to United Express Flight 3411. https://t.co/rF5gNIvVd0

Der Vorstandsvorsitzende von United Airlines, Oscar Munoz, entschuldigte sich über Twitter: Das Verhalten des Polizisten ärgere alle bei United. Er werde sich mit dem betroffenen Passagier in Verbindung setzen.

US-Verkehrsministerium will Vorfall untersuchen

Doch auch United Airlines habe sich unmöglich verhalten, kritisierte Douglas Kidd vom Verband der Fluggäste. Zwar habe United notfalls das Recht, Passagiere gegen ihren Willen aus überbuchten Fliegern zu entfernen. Unverständllich sei jedoch, warum man zuvor den Passagieren nicht die Höchstsumme von 1350 Dollar angeboten habe: "Es ist nicht nur ein PR-Desaster, sondern auch ein Beispiel dafür, wie man Passagiere, die schon im Flugzeug sitzen, nicht behandeln sollte."

Als wäre der Image-Schaden nicht schon schlimm genug, hat nun auch das US-Verkehrsministerium eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. April 2017 um 06:45 Uhr.

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