Impfstoff Astra Zeneca | AP

Mittel von AstraZeneca Uni Oxford testet Impfstoff an Kindern

Stand: 13.02.2021 15:39 Uhr

Die Rolle von Kindern bei der Corona-Übertragung ist weiter unklar. Und bislang ist auch noch kein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen. Die Uni Oxford will mit Tests nun neue Erkenntnisse gewinnen.

Mit einer neuen klinischen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das Konzern und Universität gemeinsam entwickelt haben, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden.

"Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten", sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung zufolge. Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus.

Test sollen noch im Februar beginnen

Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 der 300 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen als Kontrollgruppe eine Impfung gegen Gehirnhautentzündung. Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Großbritannien bei Erwachsenen eingesetzt.

Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln. Nach Ansicht des Kinderärzteverbands Royal College of Paediatrics and Child Health kann Covid-19 auch bei Kindern zu Tod oder schweren Erkrankungen führen. Dies sei aber selten. Es sei klar, dass die Sterblichkeit durch Covid-19 bei Kindern erheblich geringer ist als bei älteren Menschen. "Es gibt auch Hinweise darauf, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Kinder sich infizieren." Die Rolle von Kindern bei der Übertragung sei weiter unklar.

Tiefgreifende negative Auswirkungen

Der Oxford-Experte Rinn Song sagte, die Pandemie habe tiefgreifende negative Auswirkungen auf Bildung, soziale Entwicklung und emotionales Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen gehabt. "Es ist daher wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Corona-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können."

Der Corona-Impfstoff der Uni Oxford ist in mehr als 50 Ländern für eine breite Verabreichung zugelassen - allerdings nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das Mittel wird von AstraZeneca produziert. Auch andere Medikamentenhersteller testen Corona-Impfstoffe an Jüngeren. Eine Studie mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer an Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren begann im Oktober. Moderna fing im Dezember an, sein Mittel an Jugendlichen zu testen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Februar 2021 um 15:07 Uhr.