Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires. | Bildquelle: dpa

Ukraine-Krise Merkel und Putin fordern Vierergespräche

Stand: 01.12.2018 17:29 Uhr

Kanzlerin Merkel hat Präsident Putin ihre Sorge über die Eskalation zwischen Russland und der Ukraine mitgeteilt. Beide trafen sich am Rande des G20-Gipfels. Sie wollen nun im Normandie-Format beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin wollen die jüngste Eskalation zwischen Russland und der Ukraine im sogenannten Normandie-Format behandeln. Bei einem Gespräch am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires hätten beide vereinbart, dass die außenpolitischen Berater Deutschlands, Russlands, der Ukraine und Frankreichs über die Situation im Asowschen Meer sprechen sollten, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

"Die Bundeskanzlerin machte noch einmal ihre Sorge über die Zuspitzung an der Straße von Kertsch und ihr Eintreten für die Freiheit des Schiffsverkehrs ins Asowsche Meer deutlich", so Seibert.

In dem Gesprächsforum des Normandie-Formats versuchen Deutschland und Frankreich seit der russischen Annexion der ukrainischen Krim 2014 in dem Konflikt zu vermitteln. Es geht um die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens für die Ostukraine, wo sich seit mehr als vier Jahren russische Separatisten und Regierungstruppen bekämpfen.

G20-Gipfel: Merkel holt ausgefallene bilaterale Gespräche nach
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2018, Ute Brucker, ARD Rio de Janeiro, zzt. Buenos Aires

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Kurzes Treffen zwischen Trump und Putin

Am Rande des Gipfels kam es zu einem kurzen Treffen von Russlands Präsidenten Putin und US-Präsident Donald Trump, wie ein Mitarbeiter des russischen Präsidialamtes, Juri Uschakow, mitteilte. Er selbst habe Trumps Nationalen Sicherheitsberater John Bolton getroffen.

Aus Protest gegen das russische Vorgehen hatte Trump ein Treffen mit Putin in Buenos Aires zunächst abgelehnt. Er setze dafür - ähnlich wie die Ukraine - auf das Verhandlungsgeschick der Kanzlerin.

Ein ukrainischer Grenzbeamter steht am Grenzübergang zu Russland | Bildquelle: REUTERS
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Grenzübergang zu Russland: Das Einreiseverbot gilt für russische Männer zwischen 16 und 60 Jahre.

Gegenseitige Einreiseverbote

Die russische Marine hatte in der Meerenge von Kertsch im Osten des Schwarzen Meeres drei ukrainische Schiffe aufgebracht und die Besatzungen festgenommen. Damit eskalierte der seit 2014 andauernde Konflikt zwischen den beiden Ländern erneut. Als Schutz vor einer befürchteten russischen Aggression hat die Führung in Kiew für 30 Tage über einige Landesteile das Kriegsrecht verhängt.

Gestern erteilte die Ukraine russischen Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren ein Einreiseverbot. Dies betraf auch Russen mit festem Wohnsitz in der EU. Russland reagierte mit einem entsprechenden Verbot. Nach offiziellen Angaben verweigerte die Ukraine bislang 100 Russen an der Grenze die Einreise. Russland habe seinerseits 40 Ukrainer die Grenze nach Russland nicht passieren lassen.

NATO-Chef ruft zur Mäßigung auf

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine beide Seiten zur Mäßigung auf: "Was jetzt wichtig ist, ist, dass alle Parteien mit Zurückhaltung agieren und daran arbeiten, die Situation zu entschärfen", sagte er der "Welt am Sonntag". 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Dezember 2018 um 17:00 Uhr.

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