Tunesische Fischerboote im Hafen von Zarzis | Bildquelle: AFP

Boot mit Flüchtlingen 72 Leichen im Mittelmeer geborgen

Stand: 12.07.2019 18:16 Uhr

Nach dem Bootsunglück vor der tunesischen Mittelmeerküste ist die Zahl der Toten auf 72 gestiegen. Die Küstenwache barg weitere Leichen aus dem Meer. Einige Menschen werden noch vermisst.

Die Zahl der Opfer beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der tunesischen Küste ist auf 72 gestiegen. Die tunesische Küstenwache habe mehrere Leichen aus dem Mittelmeer geborgen, wie der tunesischen Rote Halbmond berichtete. Zwei Leichen seien an der Küste angespült worden.

In der vergangenen Woche war ein Boot mit 86 Migranten an Bord vor der tunesischen Küste untergegangen. Drei Menschen überlebten das Unglück. Das Boot hatte sich von Libyen aus auf den Weg in Richtung Europa gemacht.

Mehr als 682 Menschen in diesem Jahr ertrunken

Das Mittelmeer zwischen dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland Libyen und Italien gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. In diesem Jahr starben dort laut der die Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 682 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, 426 auf der Route von Libyen nach Europa. Im Mai kamen 65 Flüchtlinge bei einem Bootsunglück vor der tunesischen Küste ums Leben.

Die Vereinten Nationen forderten von den EU-Staaten neue staatliche Rettungsmissionen für Migranten im Mittelmeer. "In der Vergangenheit haben staatliche europäische Schiffe bei Such- und Rettungsaktionen Tausende Leben gerettet, auch, indem sie die Menschen sicher ans Land brachten", sagten die Chefs des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der IOM, Filippo Grandi und Antonio Vitorino. "Sie sollten diese wichtige Arbeit wieder aufnehmen."

Derzeit sind nur private Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer präsent. Viele ihrer Rettungsschiffe liegen allerdings beschlagnahmt fest, zum Beispiel die "Sea-Watch 3" und die "Iuventa" des Vereins Jugend rettet sowie das Segelschiff "Alex" des italienischen Vereins Mediterranea, das Lampedusa mit 46 Flüchtlingen angelaufen hatte.

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