Donald Trump | Bildquelle: AP

Trumps UN-Bilanz "Ohne mich gäbe es Millionen Tote"

Stand: 27.09.2018 04:37 Uhr

Zu Kanada, China, Nordkorea und auch Kavanaugh äußerte er sich - nach seinem Auftritt bei den UN hat der US-Präsident Bilanz gezogen. Zumindest mit sich war er ganz zufrieden.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Trump hat den Sicherheitsrat geleitet. Hat bei der UN-Generaldebatte geredet. Hat von Benjamin Netanyahu bis hin zu Emmanuel Macron viele Staats- und Regierungschefs getroffen. Nun der Rückblick auf diese Tage in New York, bei den Vereinten Nationen. Großartige drei Tagen, so US-Präsident Donald Trump zum Auftakt seiner fast eineinhalb stündigen Pressekonferenz in einem Luxushotel an New Yorks Madison Avenue.

Erst einmal geht es aber fast nur um ein Thema, und zwar ein ganz und gar innenpolitisches: Trumps Vertrauen in seinen Kandidaten für das Oberste Gericht, Brett Kavanaugh. Der sei ein großartiger Mann - doch es sei auch nicht ausgeschlossen, dass bei der Senatsanhörung wegen angeblichen Missbrauchs überzeugende Argumente gegen ihn vorgebracht würden.

Unzufrieden mit Kanada

Im Rückblick auf seine UN-Tage räumt Trump dann erstmals ein, dass er einen Termin mit dem kanadischen Premier Trudeau bewusst abgelehnt habe. "Seine Zölle sind zu hoch und er scheint sich nicht bewegen zu wollen. Da hab ich ihm gesagt: vergiss es. Wir sind sehr unzufrieden mit Kanadas Verhandlungen und ihrem Stil - wir mögen auch ihre Verhandlungsführer nicht sehr", sagt der US-Präsident.

Sicherheitsberater John Bolton hatte dagegen zu Wochenanfang behauptet: Lediglich Zeitgründe hätten ein Treffen verhindert. Die beiden telefonierten aber ständig. Bei der Nachfolge des Freihandelsabkommens NAFTA mit Mexiko und Kanada, so droht Trump statt dessen nun in New York, könnten die Kanadier außen vor bleiben.

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Trump äußert sich zu Kanada, China, Nordkorea und Kavanaugh

Misstrauisch gegenüber China

Überraschend hatte Trump in dem von ihm geleiteten Sicherheitsrat zum Thema Massenvernichtungswaffen China wegen Wahlmanipulation attackiert. Das bekräftigt er nun. Das Land wolle wegen des Handelsstreits seinen Erfolg bei den Zwischenwahlen verhindern. Beweise jedoch kann oder will er nicht auf den Tisch legen.

Dafür beruft sich Trump auf die angebliche Aussage eines China-Experten, gemeint sein könnte Michael Pillsbury vom Hudson Institut für China-Strategie: "Herr Pillsbury, die führende Autorität zu China, der hat gesagt: China hat totalen Respekt vor Donald Trump und seinem sehr, sehr großen Gehirn. Sie wissen nicht mehr, was sie machen sollen. Und deshalb versuchen sie, Leute zu überzeugen, sich gegen Donald Trump zu entscheiden." Chinas angebliche Wahlmanipulation - am Ende nur noch ein Beleg für die Intelligenz des US-Präsidenten.

Begeistert von sich selbst

Im Ton des bizarren Eigenlobs geht es weiter. Heute wird sich der Sicherheitsrat mit Nordkorea befassen - geleitet von US-Außenminister Pompeo. "Wäre ich nicht gewählt worden, dann herrschte jetzt Krieg. Es hätte Krieg gegeben mit Millionen Toten, nicht bloß Tausenden", behauptet Trump. Nun aber stehe man vor einem Deal - wie überhaupt fast jedes Thema, von der Nahostkrise über NAFTA bis hin zum Iran, schlicht zum Deal wird.

Und noch eines: das Gelächter bei der UN-Generaldebatte. Trump hatte sich auch da gerade selbst gelobt: Kaum eine Regierung sei so erfolgreich wie seine. Das Gelächter auf der Weltbühne der UN, so stellt er nun klar, sei keines über ihn, sondern vielmehr mit ihm gewesen. Alle hätten einfach nur Spaß gehabt. 

Trump teilt aus: Vom verprellten Trudeau bis zu Chinas Wahlmanipulation
Kai Clement, ARD New York
27.09.2018 06:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. September 2018 um 06:08 Uhr.

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