Edward Snowden

US-Whistleblower im Exil Trump will Begnadigung von Snowden prüfen

Stand: 16.08.2020 03:33 Uhr

Vor ein paar Jahren hatte US-Präsident Trump Edward Snowden noch als "Verräter" verdammt. Doch nun schlägt er ganz neue Töne an und spricht sogar davon, den Whistleblower eventuell zu begnadigen.

Seit Jahren lebt der Whistleblower Edward Snowden im russischen Exil. An eine Rückkehr in seine Heimat, die USA, ist nicht zu denken. Hier drohen ihm wegen Geheimnisverrats, Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit bis zu 30 Jahre Haft. Doch nun deutete Präsident Donald Trump an, er wolle eine Begnadigung des Whistleblowers prüfen.

Er sei nicht besonders vertraut mit der Angelegenheit, räumte Trump bei einer Pressekonferenz in seinem Golfclub in Bedminster ein. "Aber ich werde mir das ansehen", so Trump auf die Frage eines Journalisten.

"Viele Leute sind auf seiner Seite"

Aufgekommen war das Thema durch ein Interview, das Trump vergangene Woche der "New York Post" gegeben hatte. Schon da hatte Trump angedeutet, eine Begnadigung in Erwägung zu ziehen. Es gebe viele Leute, die denken würden, Snowden sei nicht fair behandelt worden, sagte der Republikaner der Zeitung. "Ich kenne ihn nicht, habe ihn nie getroffen. Aber viele Leute sind auf seiner Seite", so Trump.

Ein "Spion, der hingerichtet werden sollte"

Diese Äußerungen Trumps klingen deutlich anders als im Wahlkampf 2016. Damals hatte er Snowden als "Verräter betitelt, wie auch schon drei Jahre zuvor. 2013 hatte Snowden mehreren Journalisten Tausende geheime Dokumente zugespielt, die die weltweite Massenausspähung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA ans Licht brachten.

Snowden wurde daraufhin wegen Geheimnisverrats angeklagt und floh. Russland gewährte ihm Asyl, bis heute lebt Snowden dort. Schon nach der Veröffentlichung der Dokumente hatte Trump ihn als "Spion" bezeichnet, der "hingerichtet" werden sollte.

Snowden hatte auf Begnadigung durch Obama gehofft

Snowden selbst hatte bereits 2016 angedeutet, er würde gern in die USA zurückkehren. Voraussetzung sei aber, dass ihm dort ein fairer Prozess gemacht werde. Er hatte an Trumps Vorgänger, Präsident Barack Obama appelliert, seine Begnadigung in Erwägung zu ziehen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. August 2020 um 09:00 Uhr.

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