Trump bei einer Pressekonferenz mit Italiens Ministerpräsident Conte | Bildquelle: AFP

Beziehung USA-Iran Erst Peitsche, dann Zuckerbrot

Stand: 30.07.2018 21:29 Uhr

Nachdem US-Präsident Trump dem Iran "mit härtesten Konsequenzen" gedroht hat, ist er nun zu einem Treffen mit Staatschef Rouhani bereit. Noch freundlicher war er zu Italiens Ministerpräsident Conte.

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Worten dazu bereit, sich "jederzeit" und "ohne Vorbedingungen" mit dem iranischen Staatschef Hassan Rouhani zu treffen. Eine Woche nach seinen Drohungen an die Adresse Teherans sagte Trump: "Ich würde mich mit dem Iran treffen, wenn sie ein Treffen wollen."  Er wisse jedoch nicht, ob die iranische Führung zu einem Treffen derzeit bereit sei, fügte der US-Präsident während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte hinzu.

Erst vor einer Woche hatte Trump den iranischen Präsidenten gewarnt, "niemals wieder die USA" zu bedrohen, sonst werde dies härteste Konsequenzen zur Folge haben. Seine Drohung über Twitter setzte der US-Präsident komplett in Großbuchstaben, um ihr besonderen Nachdruck zu verleihen. Zuvor hatte Rouhani den USA mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht.

Trump war im Mai trotz weltweiter Kritik aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgetreten, das Teheran daran hindern soll, die Fähigkeiten zur Herstellung von Atomwaffen zu erlangen. Der US-Präsident verhängte zugleich neue Finanz- und Handelssanktionen, die auch europäische Firmen zu treffen drohen. 

Trump lobt Italiens Asylpolitik

Während des Treffens mit Conte im Weißen Haus lobte Trump Italiens Einwanderungspolitik. "Ich stimme sehr mit dem überein, was Sie hinsichtlich der Migration unternehmen, der illegalen Migration und auch der legalen Migration", sagte er.

Italiens Regierung weigert sich, weiterhin im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge ins Land zu lassen. Conte hatte bei seiner Amtsübernahme versprochen, wesentlich weniger Flüchtlinge aufzunehmen. "Wir werden dem Geschäft der Einwanderung ein Ende setzen", erklärte er. Italien hatte sich seit längerem beklagt, dass es in der Europäischen Union die Hauptlast der Migration trage.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Juli 2018 um 04:41 Uhr.

Darstellung: