Donald Trump | Bildquelle: AP

Abgaben auf alle Importe Trump droht China mit neuen Sonderzöllen

Stand: 20.07.2018 14:05 Uhr

US-Präsident Donald Trump geht im Zollstreit mit China bis an die Grenze. Er drohte mit Zöllen auf alle importierten Waren aus der Volksrepublik und schürt die Sorge vor einem weltweiten Konjunktureinbruch.

Im Handelsstreit mit China hat US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft signalisiert, auf alle Importe Sondersteuern zu erheben. "Wir sind eine lange Zeit von China abgezockt worden", sagte Trump in einem Interview des Senders CNBC.

"Ich möchte ihnen keine Angst einjagen, ich möchte, dass es ihnen gut geht, ich mag wirklich Präsident Xi, aber das (der Handel) war sehr unfair", sagte Trump in dem Gespräch.

"Ich bin bereit, bis 500 zu gehen"

Nach Trumps Worten sagten ihm chinesische Offizielle, dass sich niemand aus früheren US-Regierungen über das Handelsdefizit beschwert habe, bis er gekommen sei. Sie hätten gesagt: "Jetzt machst du mehr als sich nur beschweren. Uns gefällt nicht, was du machst." Trump sagte, er mache das nicht für die Politik. "Ich mache das, um das Richtige für unser Land zu tun."

Die USA würden weit zurück liegen, so Trump. "Ich bin bereit, bis 500 zu gehen", sagte er in dem Interview mit CNBC. Damit nahm er Bezug auf die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr. Laut Statistikbehörde haben die USA 2017 Waren im Wert von 505,5 Milliarden Dollar (rund 434 Milliarden Euro) aus China eingeführt. Dagegen stehen Waren im Wert von 129,9 Milliarden Dollar, die die USA nach China exportierten.

Massive Sorge vor Konjunktureinbruch

Trump hatte China bereits im Juni mit Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar gedroht. Peking kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an. 

Anfang Juli waren US-Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten, wenige Tage später kündigte Washington weitere Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar ab September an.

China kritisiert, die USA würden mit immer neuen Strafzöllen den gegenseitigen Handel zerstören. Weltweit schürt der Konflikt massive Sorge vor einem Konjunktureinbruch.

Verluste an den Börsen

Die Börsen reagierten mit Verlusten auf die Äußerungen von Trump. Auf die Möglichkeit angesprochen, dass die Aktienmärkte angesichts solch umfangreicher Maßnahmen nachgeben könnten, sagte er: "Wenn sie es tun, dann tun sie es."

Die neue Drohung Trumps drückte an der Wall Street die US-Futures ins Minus. Der Dax in Frankfurt, der zuvor auf der Stelle trat, ebenfalls rutschte ab.

Auch mit den Europäern liegt Trump im Streit. Die bereits verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium gelten auch für EU-Produkte. Zudem hat Trump damit gedroht, auch europäische Autos mit einem Einfuhrzoll von 20 Prozent zu belegen, sollte die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juli 2018 um 14:45 Uhr.

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