US-Präsident Trump winkt der Presse zu, bevor er in sein Flugzeug steigt. | Bildquelle: AFP

Kritik an Demokratinnen Trumps neue Tirade gegen "The Squad"

Stand: 22.07.2019 06:47 Uhr

Der US-Präsident lässt im Streit mit vier demokratischen Kongressmitgliedern nicht locker. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter warf er den Frauen vor, die Vereinigten Staaten nicht lieben zu können.

US-Präsident Donald Trump hat in der von ihm losgetretenen Konfrontation mit vier weiblichen Abgeordneten der Demokraten nachgelegt: "Ich glaube nicht, dass die vier Kongressabgeordneten in der Lage sind, unser Land zu lieben", schrieb er auf Twitter. Die Frauen zerstörten die Demokratische Partei, als "schwache und unsichere Menschen" könnten sie Amerika aber niemals zerstören, so Trump. Er forderte eine Entschuldigung "bei Amerika (und Israel) für die schrecklichen (hasserfüllten) Dinge", die sie gesagt hätten.

Der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings verurteilte den erneuten Angriff. Er habe "keinen Zweifel" daran, dass Trump ein Rassist sei. "Das sind Menschen und Frauen, die ihr Land lieben", verteidigte Cummings im Sender ABC seine Kolleginnen. US-Senator Cory Booker, der für die Demokraten die Nominierung als Präsidentschaftskandidat anstrebt, sagte bei CNN, dass Trump "schlimmer als ein Rassist" sei.

Rashida Tlaib (l-r), Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley, alle Kongressabgeordnete der Demokraten, sprechen auf einer Pressekonferenz über die Äußerungen von US-Präsident Trump. | Bildquelle: dpa
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Rashida Tlaib (l-r), Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley, alle Kongressabgeordnete der Demokraten, sprechen auf einer Pressekonferenz über die Äußerungen von US-Präsident Trump.

Repräsentantenhaus stellt sich hinter "The Squad"

Der Präsident hatte Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley vor wenigen Tagen aufgefordert, sie sollten "dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind, und helfen, diese total kaputten und kriminalitätsverseuchten Orte wieder in Ordnung zu bringen".

Die vier Abgeordneten, die sich selbst "The Squad" nennen, hatten Trump in der Vergangenheit scharf kritisiert. Sie zählen zum linken Flügel der Demokraten und hatten in der Vergangenheit auch Konflikte mit der Parteiführung auszutragen. Die Attacken des Präsidenten haben die innerparteilichen Streitigkeiten allerdings verstummen lassen. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus verabschiedete in der vergangenen Woche eine Resolution, die die "rassistischen Kommentare" des Präsidenten verurteilte.

Alle vier Abgeordneten sind US-Bürgerinnen, drei von ihnen wurden in den Vereinigten Staaten geboren. Die vierte, Omar, kam als Jugendliche als Flüchtling aus Somalia in die Vereinigten Staaten. Am Mittwoch stimmte das Publikum während eines Wahlkampfauftritts Trumps in North Carolina den Sprechchor "Schickt sie zurück" an. Der Präsident ließ dies geschehen, distanzierte sich jedoch später.

Erinnerungen an Trumps Attacken von 2016

Angesichts der Auseinandersetzung mit den Abgeordneten sieht sich das Weiße Haus mit amerikakritischen Aussagen Trumps im Wahlkampf 2016 konfrontiert.

Trumps damalige Worte seien Teil einer politischen Kampagne gewesen, die Amerika an die erste Stelle habe setzen wollen, sagte Stephen Miller, einer seiner engsten Berater, in der Nachrichtensendung "Fox News Sunday". Im TV-Interview wurden Miller zuvor etliche Videoclips des damaligen Kandidaten Trump gezeigt, in denen er die USA scharf kritisiert, Barack Obama "den ignorantesten Präsidenten in unserer Geschichte" nennt und erklärt: "Niemand respektiert uns." Mit Blick auf Obamas Führungsstil sagt der künftige republikanische Präsident: "Wir wissen nicht, was wir tun."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juli 2019 um 06:30 Uhr.

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