Tausende Iraker nehmen in Bagdad an einem Trauermarsch für den getöteten iranischen General Soleimani teil. | Bildquelle: AFP

Getöteter General Tausende bei Trauerzug im Irak

Stand: 04.01.2020 18:11 Uhr

Der Trauermarsch für den getöteten iranischen General Soleimani in Bagdad war auch eine Zurschaustellung der Macht des pro-iranischen Lagers. Trauerredner ließen ihrem Zorn freien Lauf.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Im Schritttempo bahnte sich die Kolonne von Kleintransportern den Weg durch die Menschenmassen in Bagdad, auf den Ladeflächen die Särge mit den Leichen der Opfer. Zehn Menschen waren bei dem US-Drohnenangriff am Flughafen von Bagdad ums Leben gekommen: Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, General Qassem Soleimani, Abu Mahdi al-Muhandis, Nummer zwei der irakischen Volksmobilisierungseinheiten und damit einer der mächtigsten Männer im Land, und jeweils vier weitere Iraker und Iraner. Über Lautsprecher ließen Trauerredner ihrem Zorn freien Lauf:

"Amerika hat seine Armeen mobilisiert, um euch zu bekämpfen und dazu zu bringen, niederzuknien, und um euch zu demütigen. Es hat begonnen, eure Führer zu ermorden, die euch verteidigt und für euch gekämpft haben. Heute erheben wir unsere Stimme, damit der im Weißen Haus hört, damit Netanyahu und das Haus Al-Saud hören: Wir werden uns nur vor Gott beugen!"

Trauer-Zug für iranischen General Soleimani im Irak
tagesschau 16:00 Uhr, 04.01.2020, Michael Stocks, SWR

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Viele Menschen weinten

Viele Menschen waren in schwarz gekleidet und weinten, einige hielten Bilder der Getöteten, des Obersten Führers des Iran oder des Chefs der libanesischen Hisbollah, in die Höhe. Viele schwenkten Fahnen verschiedener pro-iranischer Milizen. Auch irakische Fahnen waren zu sehen. In Sprechchören forderten Menschen Rache für die Toten, manche riefen "Tod für Amerika" und "Amerika ist der größte Teufel".

Auch der amtierende irakische Ministerpräsident, Adel Abdel Mahdi, marschierte mit, sowie mehrere Spitzenpolitiker, Geistliche und wichtige Milizenführer aus dem pro-iranischen Lager. Unter ihnen war auch Hadi al-Amiri, der als aussichtsreicher Anwärter auf den Job des Regierungschefs gilt.

Die Volksmobilisierungseinheiten sind der Dachverband der irakischen Milizen. Er war 2014 für den Kampf gegen die Terrororganisation IS gegründet worden. Bei der Kampagne zur Zerschlagung des IS-Kalifats kämpften die Volksmobilisierungseinheiten am Boden, während US-Jets IS-Ziele aus der Luft angriffen.

Hohe Verluste für Volksmobilisierungseinheiten

Die Volksmobilisierungseinheiten erlitten hohe Verluste. Mehrere Tausend ihrer Kämpfer fielen. Dafür bekamen sie den Respekt und die Zuneigung vieler Iraker. Das erklärt, warum die Tötung der Nummer Zwei der Einheiten, al-Muhandis, durch die USA viele Menschen im Irak empört hat. Aus ihrer Sicht noch schlimmer machte es die Tatsache, dass die Amerikaner dabei die Souveränität ihres Landes verletzten. So sagte einer der Teilnehmer des Trauermarsches:

"Ein Bombenangriff hier, ein Bombenangriff dort, ein Bombenangriff auf die Grenzposten, Drohnen werden geflogen. Wo ist die Souveränität? Ich wundere mich: Wieso handelt Amerika, als ob es die Rolle eines Polizisten in der Welt spielt? Dies ist ein Hinweis auf die amerikanische Arroganz und Eitelkeit gegenüber den Ländern der Welt. Das ist nicht akzeptabel."

Der Trauermarsch in Bagdad wurde eine Schau der Macht des pro-iranischen Lagers. Zuletzt waren die Freunde des Iran im Irak unter Druck geraten. Denn bei den seit Monaten andauernden regierungskritischen Protesten haben sich die Demonstranten immer wieder auch deutlich gegen den Einfluss des Iran im Land ausgesprochen.

Tausende Iraker nehmen in Bagdad an einem Trauermarsch für den getöteten iranischen General Soleimani teil. | Bildquelle: REUTERS
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Tausende haben am Trauermarsch für den getöteten iranischen General Soleimani teilgenommen.

Trauerfeierlichkeiten für die Opfer des US-Attentats in Bagdad
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
04.01.2020 17:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

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