Walsterben Chile

Strandung in Patagonien Wal-Massensterben vor Chile

Stand: 02.12.2015 14:27 Uhr

Ein Wal-Massensterben vor Chile gibt der Wissenschaft Rätsel auf. Vor Patagonien wurden Hunderte tote Sei-Wale entdeckt: eine der größten Strandungen dieser Art, die jemals registriert wurde. Die Wal-Art ist kaum erforscht.

Im Süden Chiles sind in den vergangenen Monaten mehr als 300 Sei-Wale gestrandet. Schon im vergangenen April waren mehr als 20 dieser Tiere als tot gemeldet worden, nachdem sie in Patagonien gestrandet waren. Wissenschaftler überflogen daraufhin das schwer zugängliche Gebiet. Die Auswertung ihrer Zählung zusammen mit Fotos und Satellitenaufnahmen ergab nun, dass die tatsächliche Zahl der toten Wale weit höher liegt.

Expeditionsteilnehmerin Vreni Häussermann sagte, sie habe so etwas noch nicht gesehen. Es gebe zudem immer noch viele Gebiete, in die man nicht vorgedrungen sei. Wahrscheinlich seien noch mehr Wale tot. Zur Ursache des Wal-Sterbens wollte sie keine Angaben machen. Dies soll demnächst in dem wissenschaftlichen Fachblatt "National Geographic" enthüllt werden. Das Blatt hatte die Expedition finanziert.

Wunden wurden bei den Tieren nicht entdeckt, die chilenischen Behörden schlossen auch eine Einwirkung des Menschen aus. Mögliche Ursachen könnten eine Algenpest oder eine Viruserkrankung sein. Häussermann sagte, erste Analysen hätten ergeben, dass alle Wale "bei demselben Ereignis" gestorben seien.

Sei-Wale sind noch wenig erforscht. Bisher gibt es nur Schätzungen zur Größe der Population. Die zur Familie der Furchenwale zählenden Säuger werden durchschnittlich 16 Meter groß und bis zu 30 Tonnen schwer. Sie ernähren sich von Krill und Schwarmfischen, vor allem Seelachs. Daher kommt auch ihr Name: "Sei" ist norwegisch für Seelachs.

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