Ein F-15-Kampfjet des US-Militärs. | Bildquelle: REUTERS

Krieg in Syrien US-Koalition schießt Drohne aus Iran ab

Stand: 20.06.2017 18:02 Uhr

Die US-geführte Koalition hat in Syrien eine bewaffnete Drohne aus dem Iran abgeschossen. Sie soll auf ein Militärlager, in dem auch US-Soldaten stationiert sind, zugeflogen sein. Droht das den Konflikt mit Russland nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets zu verschärfen?

Nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets durch ihre Truppen, bemühen sich die USA die Spannungen mit Russland als Verbündeten des syrischen Machthabers Bashar al-Assad abzubauen. Doch militärisch nimmt sich die US-geführte Koalition in dem Kriegsgebiet nicht zurück. Das Bündnis meldete nun den Abschuss einer bewaffneten Drohne aus dem Iran.

Drohne zeigte laut USA "feindliche Absichten"

Die Drohne habe sich dem Militärlager Tanf nahe der jordanisch-syrischen Grenze genähert. Dort bilden US-Soldaten syrische Freiwillige für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" aus. In einer Stellungnahme der Koalition heißt es, die Drohne habe "feindliche Absichten" gezeigt und sei darum von einem F-15-Kampfjet abgeschossen worden. Es ist bereits der zweite Abschuss einer Drohne in der Region innerhalb eines Monats: Bereits Anfang Juni war dort eine Drohne abgeschossen worden.

Ob sich der Konflikt zwischen den USA und Russland dadurch weiter verschärft, ist unklar. Allerdings zählt der Iran, ebenso wie Moskau zu Assads Verbündeten im Syrien-Krieg. Zunächst hatte das Land den Machthaber nur mit Waffenlieferungen unterstützt. Später entsandte der Iran aber auch Tausende Kämpfer seiner Revolutionsgarden.

Russland droht nach Abschuss von Kampfjet

Am Sonntag hatte ein US-Jet einen Kampfjet aus Syrien abgeschossen. Die Begründung aus Washington: Die Maschine habe auf einen Stützpunkt von mit der US-Koalition verbündeten Rebellen abgezielt. Für Russland ein "Akt der Aggression", wie es als Reaktion aus dem Außenministerium hieß.

Der Kreml kündigte an, zum einen die militärische Kommunikation mit den USA auszusetzen und zudem Flieger und Drohnen der US-geführten Koalition als Ziele zu betrachten, sollten sie in das Gebiet westlich des Euphrats vordringen.

Australien setzte angesichts dieser Drohungen seine Luftangriffe in Syrien vorerst ein. Das Land hat sechs Kampfjets in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert, mit denen es im Rahmen der US-geführten Koalition Angriffe auf Ziele der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak fliegt.

Kommentar von Herman Krause, WDR, zum Abschuss von syrischem Flugzeug und Drohne
H. Krause, ARD Moskau
20.06.2017 19:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juni 2017 um 17:23 und 17:45 Uhr.

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