Landschaft um die syrische Stadt Manbidsch | Bildquelle: picture alliance / AA

Konflikt in Nordsyrien Assad unterstützt Kurden gegen Türkei

Stand: 28.12.2018 12:13 Uhr

Vor einer drohenden Offensive der Türkei im Norden Syriens hat die syrische Armee Truppen in die bisher von Kurden beherrschte Stadt Manbidsch verlegt. Zuvor hatten die Kurden Machthaber Assad um Hilfe gebeten.

Die Kurdenmetropole Manbidsch im Norden Syriens ist wieder unter der Kontrolle der syrischen Armee. Die syrische Flagge sei über der Stadt gehisst worden, teilte das Generalkommando der Armee mit. Die Truppen kämen ihrer Verpflichtung nach, die staatliche Souveränität auf dem gesamten syrischen Staatsgebiet sicherzustellen.

Der Einmarsch war auf Bitten der kurdischen Miliz YPG erfolgt. Sie hatte die Assad-Regierung dazu aufgerufen, die Kontrolle über Manbidsch zu übernehmen. Es gehe darum, die Stadt vor den - so wörtlich - türkischen Drohungen zu schützen.

Russland, das die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al Assad im Bürgerkrieg unterstützt, begrüßte die Entwicklung. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, das sei ein "positiver Schritt", der helfen könnte, "die Lage zu stabilisieren".

"Die syrische Regierung - zu der wir gehören"

Die YPG hatte Manbidsch vor dem Einmarsch der syrischen Armee geräumt. Die Kämpfer der Miliz seien aus der Stadt abgezogen, um die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu bekämpfen, teilte die YPG mit. "So laden wir die syrische Regierung - zu der wir gehören - ein, Streitkräfte zu entsenden, um die Stellungen einzunehmen und Manbidsch angesichts der türkischen Gefahren zu schützen", hieß es in der Stellungnahme.

Die YPG ist die wichtigste Kraft in einer Allianz, die im August vor zwei Jahren den IS aus Manbidsch vertrieben hatte.

Karte Syrien und Türkei, dem Ort Manbidsch und der region Kilis
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Die kurdische YPG eroberte Manbidsch 2016 von Kämpfern des "IS" zurück.

Erdogan hatte Einmarsch angekündigt

Am Montag hatte die von der Türkei unterstützte Rebellengruppe "Nationale Armee" ihre Präsenz im Raum Manbidsch verstärkt und angekündigt, die YPG aus der Stadt zu vertreiben.

Davor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen erneuten Einmarsch seiner Truppen in Nordsyrien angekündigt, um die kurdischen Kämpfer von der Grenze zur Türkei vertreiben. Dafür zog er in der türkischen Grenzregion Kilis Truppen zusammen. Aus Sicht Erdogans ist die YPG mit der verbotenen Terrororganisation PKK verbündet.

Beobachter befürchten, dass Erdogan seine Armee in Gang setzen wird, sobald die in Syrien stationierten US-Soldaten abgezogen sind. Dabei geht es um landesweit vermutlich 2000 Mann, die bisher die syrischen Kurden im Kampf gegen den IS unterstützt hatten. In Manbidsch hatten die USA einen Stützpunkt. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Truppen aus Syrien abzuziehen.

Mit Informationen von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Manbidsch wieder unter Assad-Kontrolle
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
28.12.2018 11:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Dezember 2018 um 11:45 Uhr.

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