In Bussen werden Bewohner und Kämpfer aus den Dörfern gebracht. | Bildquelle: AFP

Provinz Idlib Belagerte syrische Dörfer evakuiert

Stand: 19.07.2018 09:37 Uhr

In Nordsyrien sind zwei jahrelang belagerte Dörfer evakuiert worden, im Gegenzug soll die Assad-Regierung Gefangene freilassen. Im Süden geben Rebellen ein Gebiet nahe der israelischen Grenze auf.

Seit den frühen Morgenstunden verließen Busse und Krankenwagen die Dörfer Al-Fua und Kefraja: Die zwei seit Jahren von Rebellen belagerten Ortschaften in Nordsyrien sind evakuiert worden.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die Evakuierung sei Teil einer Vereinbarung zwischen Russland, dem wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad, und der Türkei, die im Syrienkonflikt oppositionelle Kämpfer unterstützt.

Mit Bussen sollen sowohl Dorfbewohner als auch Kämpfer die syrischen Ortschaften Al-Fua und Kefraja verlassen können. | Bildquelle: RUTERS
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Mit Bussen sollen sowohl Dorfbewohner als auch Kämpfer die syrischen Ortschaften Al-Fua und Kefraja verlassen können.

Transport in die Provinz Aleppo

Die seit 2015 belagerten Dörfer beheimaten vor allem schiitische Muslime und einige regierungstreue Kämpfer. Reportern zufolge brachten zunächst Rettungswagen Kranke in Sicherheit, es folgten mehrere Busse mit den übrigen Einwohnern und Kämpfern.

Insgesamt wurden fast 7000 Menschen in drei Schüben aus der Provinz Idlib in die von Regierungstruppen gehaltene Region Aleppo gebracht. Im Gegenzug soll die syrische Regierung sich verpflichtet haben, etwa 1500 oppositionelle Gefangene freizulassen.

Freigelassene in Idlib | Bildquelle: RUTERS
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Diese Männer wurden im Gegenzug aus dem Gefängnis freigelassen.

Vergangenes Jahr war schon einmal eine Vereinbarung ausgehandelt worden, bei der zwei von Regierungstruppen belagerte Städte in der Nähe von Damaskus evakuiert wurden. Der Flüchtlingskonvoi aus Al-Fua und Kefraja wurde damals angegriffen. 150 Menschen starben, darunter 72 Kinder.

Rebellen geben Gebiet nahe den Golanhöhen auf

Unterdessen haben Rebellen ein weiteres Gebiet im Süden nahe den von Israel kontrollierten Golanhöhen aufgegeben. Oppositionelle Milizen stimmten einem Abkommen für die Provinz Kunaitra zu, wie Staatsmedien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten. Die Vereinbarung sei von Russland vermittelt worden.

Demnach händigten die Rebellen unter anderem ihre schweren Waffen aus, Flüchtlinge kehrten in ihre Dörfer zurück. Oppositionelle Kämpfer sollen in die noch von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib im Nordwesten Syriens übersiedeln können.

Mit dem Abkommen verlieren die Regierungsgegner im Süden Syriens fast ihr vollständiges Gebiet. Dort kontrolliert ein Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) noch eine kleine Region. Zehntausende Menschen sind im Süden Syriens auf der Flucht.

Zehntausende auf der Flucht vor Angriffen von Rebellen in Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 19.07.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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