Streik in Griechenland | Bildquelle: KOSTAS TSIRONIS/EPA-EFE/REX

Streik in Griechenland Massive Proteste gegen Rentenreform

Stand: 18.02.2020 17:40 Uhr

Tausende Menschen haben in Griechenland gegen eine Rentenreform protestiert und durch Streiks den Verkehr lahmgelegt. Die Regierung hält die Maßnahme für notwendig, um die Renten langfristig zu sichern.

Seeleute, Bus- und Bahnfahrer sowie Staatsbedienstete haben das öffentliche Leben in mehreren Städten Griechenland mit Streiks fast zum Erliegen gebracht. Vor allem in der Küstenschifffahrt und im Öffentlichen Nahverkehr herrschte lokalen Medienberichten zufolge Stillstand.

Durch das Ausweichen auf Privatfahrzeuge bildeten sich Staus auf zahlreichen Straßen, was insbesondere in der Hauptstadt Athen zu Verkehrschaos führte. In der Ägäis und im Ionischen Meer sei keine einzige Fähre ausgelaufen, berichteten griechische Medien. Am Mittag legten auch Journalisten für drei Stunden die Arbeit nieder.

Tausende protestieren in Griechenland gegen Rentenpolitik
tagesschau 20:00 Uhr, 18.02.2020

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Gewerkschaften sehen weiteren Sozialabbau

"Rühren Sie das Sozialversicherungssystem nicht an" - "Soziale Sicherheit für alle", war auf Protestbannern der Demonstranten zu lesen. "Die Regierung wird für den weiteren Abbau der Sozialversicherung teuer bezahlen", sagte der Chef der oppositionellen Kommunistischen Partei (KKE), Dimitris Koutsoumbas. Bereits die Vorgänger-Regierungen hätten die Sozialleistungen reduziert. "Das griechische Volk vergisst nicht." 

Auch die Gewerkschaft Adedy kritisierte: "Der Gesetzesentwurf, den die Regierung im Parlament vorgelegt hat, ist nichts anderes als eine Fortsetzung der Spargesetze, die zwischen 2010 und 2018 verabschiedet wurden und die zu Rentenkürzungen von 20 bis 60 Prozent geführt haben", hieß es in einer Erklärung. Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Herabsetzung des Renteneintrittalters und die Rücknahme einer Krankenkassenreform.

Streikende mit Fahnen | Bildquelle: AFP
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Verschiedene Organisationen hatten zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Regierung will Rentensystem zukunftssicher machen

Die konservative griechische Regierung will am Freitag über eine Rentenreform abstimmen. Es soll zu einem späteren Renteneintritt motivieren und die Nachhaltigkeit des seit Jahren angeschlagenen griechischen Rentensystems bis zum Jahr 2070 sicherstellen.

Das Arbeitsministerium entgegnet den Kritikern, dass die Reform - bereits die dritte in zehn Jahren - auch Rentenerhöhungen für einige Arbeitssektoren beinhaltet sowie die finanziellen Einbußen für Rentner reduziert, die über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten wollen.

Das Rentensystem galt als eine der Ursachen für die Schuldenkrise in Griechenland. Im Gegenzug für internationale Finanzhilfen verpflichtete sich Athen in den vergangenen Jahren zu harten Einschnitten unter anderem bei der Altersversorgung. Im Rahmen der zwei bisherigen Rentenreformen wurden unter anderem die Bezüge gekürzt sowie das Rentenalter auf 67 Jahre erhöht.

Der Streik am Dienstag ist bereits die zweite Mobilisierung gegen die im Juli gewählte Regierung. Im Oktober hatten die Gewerkschaften einen Generalstreik organisiert, um gegen eine Reform zur Liberalisierung des Arbeitsmarkts zu protestieren.

Griechen streiken für höhere Renten
Thomas Bormann, ARD Istanbul zzt. Athen
18.02.2020 19:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR-aktuell Info am 18. Februar 2020 um 15:14 Uhr.

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