Heinz-Christian Strache | Bildquelle: AFP

Österreich Razzia bei Ex-FPÖ-Chef Strache

Stand: 13.08.2019 19:06 Uhr

In Österreich sind die Wohnräume des ehemaligen FPÖ-Chefs Strache durchsucht worden. Dabei soll es um den Vorwurf der Bestechlichkeit gehen. Der Politiker sprach von einem "politischen Angriff" gegen sich.

Die österreichische Staatsanwaltschaft hat am Montag das Haus von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) durchsucht. Das bestätigte der Politiker auf Facebook, nachdem mehrere Medien darüber berichtet hatten.

Den Berichten zufolge wurde auch das Haus von Ex-Fraktionschef Johann Gudenus (FPÖ) durchsucht. Dabei soll es um eine Korruptionsaffäre gehen.

Verdacht der Bestechung und der Bestechlichkeit

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechung und der Bestechlichkeit. Namen und Standorte nannte sie jedoch nicht. "Es geht um den Verdacht, dass zwischen Verantwortlichen eines Glücksspielunternehmens und Amtsträgern der Republik Österreich im Gegenzug für die Besetzung eines bestimmten Kandidaten als Vorstandsmitglied einer Aktiengesellschaft die parteiische Vergabe von Glücksspiellizenzen vereinbart wurde", erklärte ein Sprecher.

Der Zeitung "Der Standard" zufolge geht es bei den Ermittlungen konkret um den Vorwurf, dass die FPÖ einen hochrangigen Parteivertreter auf Basis eines politischen Deals in den Vorstand eines Glückspielunternehmens hieven lassen habe. Laut den Ermittlern gab es insgesamt bei sechs Verdächtigen und einem Verband Durchsuchungen, bei letzterem könnte es sich auch um eine Firma gehandelt haben.

Strache: "Politischer Angriff"

Strache wies auf Facebook alle Vorwürfe zurück. "Ich habe mir keinerlei Verhalten - weder in diesem, noch in anderen Zusammenhängen - vorzuwerfen, das den Straftatbestand der Bestechlichkeit erfüllt", hieß es. "Der gegen mich erhobene Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und ist daher lediglich ein weiterer politischer Angriff auf meine Person."

Auch ein Sprecher des Glücksspielunternehmens erklärte, die Vorwürfe seien "haltlos". Man kooperiere aber mit den Behörden. Weitere Auskünfte seien nicht möglich, da man zu Behördenmaßnahmen, die Verschlusssache seien, keine Auskunft geben dürfe.

Strache war im Mai als Vizekanzler und FPÖ-Chef im Zuge der Ibiza-Affäre zurückgetreten. Diese war laut Staatsanwaltschaft aber nicht unmittelbarer Grund der jetzigen Hausdurchsuchungen, sondern eine später eingegangene Anzeige.

Medienberichte: Hausdurchsuchungen bei Strache und Gudenus
Srdjan Govedarica, ARD Wien
13.08.2019 19:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2019 um 18:00 Uhr.

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