Experte zu Anschlagshintergründen "Neue Form des Terrors in Sri Lanka"

Stand: 21.04.2019 23:09 Uhr

Angriffe auf Christen und Ausländer seien in Sri Lanka bisher nicht üblich gewesen, sagt Südasienexperte Wagner in den tagesthemen. Er geht davon aus, dass eine internationale Terrorgruppe für die Anschläge verantwortlich ist.

Südasienexperte Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik schließt einen Zusammenhang der Anschlagsserie in Sri Lanka mit dem 2009 beendeten Bürgerkrieg aus. "Wir haben in 26 Jahren Bürgerkrieg eigentlich nie Anschläge gegen christliche Einrichtungen oder Ausländer und Hotels gesehen", sagte er im tagesthemen-Interview.

Auch die Form der Anschläge in Verbindung mit Selbstmordattentaten habe eher nichts mit dem vergangenen Konflikt zu tun. Es gebe vielmehr Ähnlichkeiten mit den Anschlägen in Mumbai 2008 und 2002 auf Bali. Dort seien internationale Terrorgruppen im Einsatz gewesen, die gezielt Hotels und Touristen angegriffen hätten.

Südasienexperte Christian Wagner, Stiftung Wissenschaft und Politik, zu den Hintergründen der Anschläge
tagesthemen 23:15 Uhr, 21.04.2019

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"Hohes Maß an Planung und Koordination nötig"

Der Anschlag passe außerdem nicht in die momentane politische Situation in Sri Lanka, sagte Wagner. Zwar gebe es im Land eine Reihe von gewalttätigen Konflikten, diese seien aber lokal begrenzt und es kämen dort keine Selbstmordattentäter zum Einsatz.

Bei der Suche nach möglichen Tätern sei die Frage, wer die Kapazitäten hätte, Anschlage mit einem derart hohen Maß an Planung und Koordination durchzuführen. In Sri Lanka seien lokale islamistische und militante buddhistische Gruppierungen, aber zeitgleiche Angriffe auf verschiedene Einrichtungen seien "eine völlig neue Qualität des Terrors in Sri Lanka".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. April 2019 um 23:15 Uhr.

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