Hand hält Smartphone mit spotify App | Bildquelle: dpa

Angst vor Fake News Keine politische Werbung bei Spotify

Stand: 28.12.2019 01:44 Uhr

Wer den Streamingdienst Spotify kostenlos nutzt, hört regelmäßig Werbung. In den USA will das schwedische Unternehmen nun alle politischen Werbeinhalte verbannen - aus Angst vor Fake News im US-Wahlkampf.

Der Streamingdienst Spotify will im Jahr der US-Präsidentschaftswahl keine politische Werbung auf seiner Plattform ausstrahlen. Grund für den Schritt ist die Sorge vor Verbreitung von Fake News. Gegenwärtig sei das Unternehmen nicht in der Lage, den Inhalt von politischer Werbung zu überprüfen und zu validieren. Der Verkauf von politischen Werbeannoncen werde Anfang 2020 ausgesetzt.

Der schwedische Streamingdienst hat in den USA viele Nutzer. Oftmals greifen diese auf das werbefinanzierte kostenlose Angebot zurück. Angaben darüber, wie viele Einnahmen Spotify durch politische Werbung erzielt, lagen zunächst nicht vor. Das Branchenmedium "Advertising Age" berichtete aber, unter anderem die republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump und der Senator Bernie Sanders, der sich um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten bewirbt, hätten Anzeigen bei Spotify geschaltet.

Weiter politische Werbung bei Facebook

Der Streamingdienst mit weltweit 130 Millionen Nutzern gilt als Möglichkeit, auch junge Wähler zu erreichen. Vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 wächst die Sorge vor Desinformationskampagnen und der Verbreitung von Falschinformationen. Die großen Internetkonzerne haben darauf unterschiedlich reagiert. Der Kurzbotschaftendienst Twitter hat politische Werbung größtenteils verbannt. Der Online-Riese Google kündigte im November an, er werde keine individualisierte Wählerwerbung zulassen. Zielgerichtete politische Werbung soll demnach nur anhand von weiter gefassten Kriterien wie Alter, Geschlecht oder Postleitzahl möglich sein.

Facebook dagegen will politische Werbeanzeigen weiterhin zulassen. Das Online-Netzwerk argumentiert, Nutzer und Journalisten sollten Anzeigen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Dezember 2019 um 06:15 Uhr.

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