Smog in Belgrad | Bildquelle: dpa

Luftverschmutzung Balkan im Dauernebel

Stand: 17.01.2020 16:06 Uhr

Luftverschmutzung durch Autos, Kraftwerke und Heizungen sorgt gerade im Winter für Dauernebel in vielen Großstädten auf dem Balkan. Zehn Tage lang war Belgrad eingehüllt. Auch in Teilen Italiens herrscht seit Tagen Smog-Alarm.

Smog und Luftverschmutzung machen derzeit den Bewohnern von Großstädten auf dem Balkan und in Italien zu schaffen. In der serbischen Hauptstadt Belgrad löste sich der Dauernebel am Mittag erst nach zehn Tagen auf.

In den kalt-feuchten Dunst hatte sich die ganze Zeit über verschmutzte Luft aus Heizungen, Autos und Kraftwerken gemischt.  Die Bürgerinitiative "Belgrad nicht versenken" kritisierte die Regierung für ihren Umgang mit dem Problem und rief für zu Protesten auf. "Das Problem existiert, aber es existiert auch eine Kampagne, die manchmal grotesk ist", sagte dazu der serbische Präsident Aleksandar Vucic.

UN warnen vor tödlichen Folgen

Probleme mit der Luftverschmutzung haben im Winter auch andere Großstädte auf dem Balkan - vor allem Metropolen in geografischen Kessellagen wie etwa Sarajevo in Bosnien-Herzegowina oder Skopje in Nordmazedonien. Das UN-Umweltprogramm UNEP untersuchte im Vorjahr die Luftverschmutzung in 19 Städten des Westbalkans.

Laut dem Bericht hatte die Luftverschmutzung in den untersuchten Städten jährlich fast 5000 vorzeitige Todesfälle zur Folge. Hauptverursacher der schädlichen Emissionen seien Kraftwerke und Heizungen.

Anhaltend trockenes Wetter

Auch in Teilen Italiens herrscht seit Tagen Smog-Alarm. In Rom gilt mindestens bis Ende des Tages ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge. Dennoch sanken die Feinstaubwerte an den Messstationen nicht. Erhöhte Werte wurden auch seit Tagen in Turin gemessen, wo Fahrverbote verhängt wurden. Auch Städte wie Piacenza, Parma oder Modena waren betroffen. Als Grund für die schlechte Luft gilt unter anderem das anhaltende trockene Wetter.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 17. Januar 2020 um 16:30 Uhr.

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