Der serbische Präsident Aleksandar Vucic | Bildquelle: dpa

Proteste in Serbien Vucic gibt sich kämpferisch

Stand: 17.03.2019 17:11 Uhr

Die Proteste gegen den serbischen Präsidenten Vucic reißen nicht ab: Erneut gingen Tausende gegen ihn auf die Straße. Vucic selbst will hart gegen die Regierungskritiker vorgehen.

Während auf Belgrads Straßen die Proteste gegen ihn weitergehen, hat sich der serbische Präsident Aleksandar Vucic der Presse gegenüber kämpferisch gezeigt. Serbien sei ein demokratisches Land, betonte er und kündigte an, Recht und Ordnung verteidigen zu wollen.

Die Teilnehmer der Massendemonstrationen bezeichnete Vucic als "Faschisten" und "Randalierer". Mehrere von ihnen seien festgenommen worden, die Anführer würden vor Gericht gestellt.

Die Polizei bildeten bei den Protesten in Serbiens Hauptstadt Belgrad eine Kette mit Schutzschilden. | Bildquelle: dpa
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Auch am Sonntag gingen in Belgrad Tausende auf die Straße. Die Polizei soll auch Tränengas eingesetzt haben.

"Ich werde auf sie warten"

Bereits seit dem 8. Dezember geht die Opposition gegen Vucic auf die Straße, meist am Samstag. Sie werfen dem Präsidenten vor, sich immer mehr zum Autokraten zu entwickeln. Wie viele Menschen sich an den Protesten am Sonntag beteiligten, ist noch unklar.

Ein Teil von ihnen bildete vor dem Präsidentensitz eine Menschenkette, laut der Nachrichtenagentur AP offenbar, um Vucic daran zu hindern, dass Gebäude zu verlassen. Der regierungsnahe Sender Pink zeigte Bilder, auf denen Vucic angeblich zeitgleich mit seinem Innenminister Schach spielte und sagte: "Wenn sie hier einbrechen wollen, werde ich auf sie warten."

Staatlicher Sender gestürmt

Am Samstag hatte eine Gruppe von Protestierenden den staatlichen Fernsehsender RTS gestürmt. Aus ihrer Sicht bevorzugt der Sender in seiner Berichterstattung das Regierungslager und räumt regierungskritisischen Standpunkten zu wenig Sendezeit ein.

Zu den Dutzenden Demonstranten, die sich Zutritt zu dem Sender verschafften, zählten auch Oppositionspolitiker wie der frühere Belgrader Bürgermeister Dragan Djilas und Bosko Obradovic von der rechtsgerichteten Partei Dveri.

Serbsiche Regierungsgener drangen in das Gebäude des des Fernsehsenders RTS ein. | Bildquelle: KOCA SULEJMANOVIC/EPA-EFE/REX
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Serbische Regierungsgegner drangen in das Gebäude des Fernsehsenders RTS ein - die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Polizei beendet Sturm auf Sender

Die Protestaktion war live im Fernsehen zu sehen. Der Privatsender N1 zeigte, wie ein Großaufgebot der Polizei die Demonstranten aus dem Sender fortbrachte. Innenminister Nebosja Stefanovic verurteilte das Vorgehen der Demonstranten.

Zuvor hatten Tausende Regierungskritiker friedlich im Zentrum von Belgrad demonstriert. Auch in anderen serbischen Städten fanden Kundgebungen statt. Die Demonstranten prangerten die politische Einmischung in die Medienberichterstattung an und forderten die RTS-Führung zum Rücktritt auf.

Erneute Proteste in Serbien | Bildquelle: dpa
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Erneute Proteste in Serbien: Tausende Menschen protestieren gegen die Regierung von Präsident Vucic.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 17. März 2019 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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