Rauch steigt über der Stadt Sanaa auf | Bildquelle: REUTERS

Angriff auf Schulbus im Jemen Bombe stammte offenbar aus den USA

Stand: 18.08.2018 12:32 Uhr

Die Bombe, die bei einem Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen eingesetzt wurde, stammt CNN zufolge aus den USA. Laut Munitionsexperten handelt es sich um eine lasergesteuerte Bombe von Lockheed Martin.

Die beim Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen verwendete Bombe stammte dem Nachrichtensender CNN zufolge aus den USA. Bei dem Angriff wurden 51 Menschen getötet. Unter Berufung auf Munitionsexperten berichtete der Sender, es handele sich um eine lasergesteuerte Mk82-Bombe der Rüstungsfirma Lockheed Martin.

USA verkaufte Mk 82-Bomben an Saudi-Arabien

Washington habe sie im Zuge eines Deals des US-Außenministeriums mit Riad an Saudi-Arabien verkauft. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte den Verkauf von präzisionsgelenkten Waffen an Saudi-Arabien untersagt, nachdem eine ähnliche Bombe vor zwei Jahren 140 Teilnehmer einer Trauerfeier in der von Rebellen gehaltenen jemenitischen Hauptstadt Sanaa getötet hatte.

Unter den 51 Toten des Bombardements vom 9. August waren nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 40 Kinder. Die Zahl der Verletzten gab das IKRK mit 79 an, 56 von ihnen Kinder.

Das Gerippe eines zerstörten Busses nach einem Luftangriff steht auf einem Platz im Jemen. | Bildquelle: dpa
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Unter den 51 Toten waren 40 Kinder.

Militärkoalition spricht von "legitimem" Einsatz 

Der Angriff auf einem Markt in Dahjan in der Provinz Saada geht auf das Konto der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition. Ihren Angaben zufolge richtete sich der "legitime" Militäreinsatz gegen einen Bus mit "Huthi-Kämpfern". Die Koalition kündigte eine Untersuchung an. Der UN-Sicherheitsrat forderte "glaubwürdige" Ermittlungen.

Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Die vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt seit März 2015 Hadis Einheiten. Seitdem wurden in dem Konflikt fast 10.000 Menschen getötet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. August 2018 um 13:00 Uhr.

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