Die Polizei bewacht die Bar in Thousand Oaks, Kalifornien. | Bildquelle: REUTERS

Thousand Oaks in Kalifornien Zwölf Tote bei Angriff auf Bar

Stand: 08.11.2018 16:21 Uhr

Es sollte ein fröhlicher Abend in einer Bar in Kalifornien werden. Doch dann schoss ein Mann um sich und tötete zwölf Menschen. Auch der Schütze ist tot. Augenzeugen schilderten dramatische Szenen.

Im Süden Kaliforniens hat ein Mann zwölf Menschen getötet und weitere verletzt, wie Sheriff Geoff Dean mitteilte. In der "Borderline Bar and Grill" in der Stadt Thousand Oaks fielen nach Polizeiangaben mindestens 30 Schüsse. "Es ist eine schreckliche Szenerie da drin", sagte Dean.

Einer der Toten ist ein Polizist, der zum Tatort eilte und bei Betreten der Bar angeschossen wurde. Er starb nach Angaben des Sheriffs später im Krankenhaus.

Angreifer in Schwarz gekleidet

Auch der Schütze wurde tot aufgefunden. Wie er starb, konnte Dean zunächst noch nicht mitteilen. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen 28-jährigen ehemaligen Soldaten. Der Mann mit dem Namen Ian David Long sei wegen "kleiner Vorfälle" in der Vergangenheit der Polizei bekannt, sagte Dean später. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde über Ruhestörung, wegen derer ihn die Polizei im vergangenen April aufgesucht habe. Unklar blieb bislang das Motiv für die Attacke in der Bar.

Augenzeugen berichteten Fernsehsendern, der Angreifer sei groß gewachsen und ganz in Schwarz gekleidet gewesen. Über dem Kopf habe er eine Haube getragen, sein Gesicht sei halb verdeckt gewesen. Zunächst habe er auf eine Person am Einlass geschossen, später warf er Rauchbomben und feuerte offenbar wahllos auf die Menschen im Inneren der Bar.

Menschen am Tatort in Kalifornien | Bildquelle: AP
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Besucher werden auf der Straße betreut.

Menschen sprangen aus den Fenstern

In dem Lokal fand eine "College Country Night" statt. Zeugen zufolge waren zum Zeitpunkt der Tat Hunderte Menschen im "Borderline". Dort finden laut Internetseite der Bar auch Konzerte und Tanzkurse statt, auf Fotos zudem sind Billardtische zu sehen.

Der Präsident der Studentenvertretung der nahegelegenen California Lutheran University, Nick Steinwender, eilte an den Tatort, als er von den Schüssen hörte, weil Freunde und Kommilitonen in der Bar waren. "Es war Chaos, Leute sind aus Fenstern gesprungen, Leute sind über Tore gesprungen, um rauszukommen", sagte Steinwender dem Sender KABC. Von Leuten in der Bar habe er gehört, dass sie sich in Toilettenräumen und im Dachgeschoss versteckt hätten.

Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten nahe der Bar, in der ein Mann auf Gäste geschossen hatte. | Bildquelle: dpa
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Polizeifahrzeuge in der Nähe des Tatorts

Trump lobt Polizei

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er sei über das "schreckliche" Ereignis vollständig informiert worden. Er lobte die Polizei für deren "großen Mut" und wünschte den Opfern und deren Familien Gottes Segen.

Thousand Oaks ist ein ruhiger und wohlhabender Vorort etwa 60 Kilometer im Norden von Los Angeles. Etwa 100.000 Menschen leben hier. In der Gegend befinden sich zahlreiche Colleges.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte ein Bewaffneter in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen getötet. Einer aktuellen Studie zufolge besitzen die US-Bürger 40 Prozent der privaten Schusswaffen weltweit, obwohl sie nur vier Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Von den weltweit 857 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz befinden sich demnach 393 Millionen in den Vereinigten Staaten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. November 2018 um 12:30 Uhr.

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