Eine Frau vor einem Berg aus Schnee in Oberjoch | Bildquelle: REUTERS

Entspannung in den Alpen Ende der Schneefälle in Sicht

Stand: 15.01.2019 13:26 Uhr

Ein Tag ohne Neuschnee verschafft der Alpenregion eine Verschnaufpause. Noch sind viele Straßen gesperrt, die Schneelast drückt auf die Dächer - und auch die Lawinengefahr ist noch nicht gebannt.

Heute sollen im Alpenraum die Schneefälle ausklingen, und auch in den kommenden Tagen droht kein Nachschub. "Das sieht nach nachhaltiger Entspannung aus", sagte Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien.

Der Deutsche Wetterdienst hob vorerst sämtliche Unwetterwarnungen auf.

Straßensperrungen werden aufgehoben

Das Ende des fast zweiwöchigen Schneefalls wird es erlauben, nötige Lawinensprengungen vorzunehmen. Danach dürften viele Straßensperren aufgehoben werden. So rechnet die österreichische Gemeinde Lech am Arlberg mit einer Aufhebung der Straßensperre spätestens am Abend. 5000 Gäste sind derzeit nach Angaben des Tourismusbüros im Ort und warten auf besseres Wetter.

Gestern waren in ganz Österreich noch mehr als 180 Straßen gesperrt. Im Bundesland Salzburg waren durch neue Straßensperren am Montagabend mehr als 41.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Ebenfalls betroffen war der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm.


Lawine erfasst Touristenunterkunft

In Ramsau erfasste eine große Lawine ein Hotel und ein Apartmenthaus. Die 60 Gäste und Angestellten verließen unverletzt das Gebäude und wurden in andere Unterkünfte gebracht, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Der Schnee habe zahlreiche Fenster durchschlagen und sei in die Zimmer eingedrungen. Außerdem habe die Wucht der Lawine einen Bus in den Dorfpark geschoben und wahrscheinlich mehrere Autos verschüttet.

Schneemassen im Inneren eines Hotels nach einem Lawinenabgang. | Bildquelle: dpa
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Schneemassen im Inneren eines österreichischen Hotels nach einem Lawinenabgang.

In den beiden vergangenen Wochen fiel laut ZAMG regional teils das Dreifache der sonst im gesamten Januar üblichen Schneemenge. In Tirol fiel örtlich fast viereinhalb Meter Schnee. Insgesamt rechnen die Meteorologen mit aktuellen Schneehöhen auf vielen Bergen zwischen drei und fünf, vereinzelt auch mit sechs Metern.

Bislang zehn Lawinentote in Österreich

Die Lawinenwarnstufe wird am Dienstag voraussichtlich gesenkt. Für Wintersportler bleibe es jedoch heikel. Am Mittwoch werde die Gefahr mit der Erwärmung wieder ansteigen, teilte der Lawinenwarndienst Vorarlberg mit.

Bislang sind in diesem Winter in Österreich zehn Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen - fast doppelt so viele wie im langjährigen Durchschnitt, wie das Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit mitteilte.

Gestern hatte der Winter die Alpenregionen noch fest im Griff, zahlreiche Rettungseinsätze waren nötig, immer wieder lösten sich große Lawinen. In Österreich starb ein 47-Jähriger beim Abschaufeln eines Daches. Eine Dachlawine riss ihn und drei weitere Männer sechs Meter in die Tiefe.

Österreich: Noch Gefahren im Salzburger Land
Mittagsmagazin, 15.01.2019, Bernd Niebrügge, BR

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Unterricht nach sieben Tagen schneefrei

Auch in Bayern waren die Einsatzkräfte erneut gefordert. Noch immer gilt in fünf Landkreisen teilweise der Katastrophenfall, vielerorts fällt weiterhin die Schule aus. Im Landkreis Miesbach entschieden die Behörden, nach sieben schulfreien Tagen wieder den Unterrichtsbetrieb aufzunehmen. Die Straßen- und Gehwegsituation habe sich deutlich entspannt, auch die Beförderung der Bahnschüler durch die Bayerische Oberlandbahn könne mit Einschränkungen wieder anlaufen, hieß es.

Der Landkreis Berchtesgadener Land teilte mit, die Zahl der Dächer mit einer kritischen Schneelast sei auf 1300 gestiegen - davon sei aber mehr als die Hälfte inzwischen geräumt worden.

Viele Skigebiete mussten wegen Lawinengefahr, Wind und Schnee den Betrieb teilweise und mancherorts auch komplett einstellen.

Verkehrsbehinderungen im Erzgebirgsvorland

In Ostdeutschland hatten die Schneefälle zu Verkehrsbehinderungen und Waldschäden geführt.

Am Montagnachmittag staute sich der Verkehr auf den Straßen und Autobahnen im Erzgebirgsvorland kilometerlang.

In den Forstbezirken konnten die Schäden durch den Schnee noch nicht beziffert werden. Mitarbeiter waren damit beschäftigt, Wege wieder befahrbar zu machen. Vor Spaziergängen und Skitouren in den Wald wird weiterhin abgeraten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Januar 2019 um 04:42 Uhr.

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