Frankreichs Präsident Macron mit den Staatschefs der Sahelzone | Bildquelle: AP

Sahelgipfel bei Macron Geeint im Kampf gegen die Extremisten

Stand: 13.01.2020 23:07 Uhr

In der Sahelzone nehmen die Angriffe von Terrorgruppen zu. Frankreichs Präsident Macron und die Staatschefs der Region wollen den Kampf gegen Extremisten verstärken - und setzen auch auf die Hilfe anderer Staaten.

Bei einem Treffen in der französischen Stadt Pau haben sich die Staatschefs der Sahelzone und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine verstärkte militärische Zusammenarbeit im Kampf gegen Dschihadisten geeinigt.

Die Staatschefs von Niger, Tschad, Mauretanien, Burkina Faso und Mali erklärten, sie wünschten sich eine Fortsetzung des französischen Militäreinsatzes in der Region. Mancherorts hatte es zuvor antifranzösische Ressentiments gegeben.

Islamistischer Terror in der Sahelzone fordert viele Todesopfer
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.01.2020, Norbert Hahn, ARD Nairobi

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220 zusätzliche französische Soldaten

Nach Macrons Worten wird sich der Kampf auf das besonders gefährdete Grenzgebiet zwischen Mali, Burkina Faso und Niger konzentrieren. Er kündigte an, 220 zusätzliche Soldaten in die Sahelregion zu schicken. Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in Westafrika massiv vertreten: Bei der Anti-Terror-Mission "Barkhane" sind bisher rund 4500 Soldaten im Einsatz.

Der Gipfel verständigte sich zudem auf eine "Koalition für das Sahelgebiet". Dieser sollen auch andere Partner angehören. Macron will insbesondere die Europäer in die Pflicht nehmen. Deutschland schlug Bitten um eine Beteiligung an einem Einsatz europäischer Spezialeinheiten für den Kampf gegen Islamisten in Mali bereits zwei Mal ab.

In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat oder Al-Kaida die Treue geschworen. Besonders von Anschlägen betroffen waren in den vergangenen Monaten die Nachbarstaaten Niger, Mali und Burkina Faso, aber auch Nigeria.

Professor Basedau, Direktor GIGA Institut für Afrikastudien, über die Ausbreitung islamistischen Terrors
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.01.2020

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Sicherheitslage verschlechtert sich

Trotz Militärpräsenz etlicher internationaler Mächte verschlechtert sich die Lage stetig: Die Zahl der Angriffe durch Extremisten hat sich laut der Denkfabrik Africa Center for Strategic Studies seit 2015 jedes Jahr verdoppelt, 2019 waren es rund 700.

Mitte Dezember hatten die Sahel-Staaten von den Vereinten Nationen ein stärkeres Mandat für die seit 2013 in Mali stationierte UN-Mission zur Stabilisierung des Landes (Minusma) gefordert. Sie gilt bisher als weitgehend wirkungslos im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen in Region. In Mali sind auch bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Sie sind Teil der Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Januar 2020 um 22:16 Uhr.

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