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Explosion nahe Archangelsk Tote bei Waffentest in Russland

Stand: 08.08.2019 20:32 Uhr

Bei einer Explosion auf einem Testgelände sind in der Nähe der russischen Stadt Archangelsk zwei Menschen getötet worden. Die Lokalverwaltung registrierte einen kurzzeitigen Anstieg von Radioaktivität.

Auf einem russischen Testgelände ist ein Raketentriebwerk explodiert. Acht Militärangehörige und Zivilisten seien verletzt worden, zwei von ihnen starben nach Angaben des Verteidigungsministeriums an den Verletzungen.

Das Unglück ereignete sich demnach auf einem Schießplatz in der Region Archangelsk - etwa 1300 Kilometer nördlich der russischen Hauptstadt. Die Lokalverwaltung von Sewerodwinsk teilte mit, dass die Radioaktivität um 12:00 Uhr kurz gestiegen sei, sich dann aber wieder normalisiert habe. Das Verteidigungsministerium erklärte, diese Werte seien "normal" und nicht schädlich gewesen.

Erprobung neuer Waffen?

Dieses Archivbild von 2011 zeigt Gebäude einer Militärbasis nahe Njonoksa | Bildquelle: AFP
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Auf der Militärbasis nahe Njonoxa werden Waffen getestet. (Archivbild, 2011)

Das Moskauer Ministerium machte keine näheren Angaben zur Explosion. Die russische Nachrichtenagentur meldete, dass ein Triebwerk mit flüssigem Treibstoff explodiert sei. Auf dem Gelände Njonoxa würden unter anderem Interkontinentalraketen für Unterseeboote sowie Marschflugkörper getestet.

Der Austritt von Radioaktivität könnte auch mit der Erprobung neuartiger Waffensysteme zusammenhängen, die Präsident Wladimir Putin vergangenes Jahr angekündigt hatte - damals nannte er ausdrücklich eine neue Interkontinentalrakete mit Flüssigtreibstoff und atombetriebene Marschflugkörper.

Teile des Seegebiets gesperrt

Unklar ist, warum ein Teil der angrenzenden Weißen Meeres für einen Monat für die zivile Schifffahrt gesperrt wurde. Nicht-militärische Schiffe dürfen bis zum 10. September nicht durch die Dwina-Bucht fahren.

In der Region hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Unfälle und Brände bei Arbeiten an Atom-U-Booten gegeben. Im Dezember 2015 stürzte eine Rakete bei einem Testflug in ein Wohngebiet in der Nähe von Sewerodwinsk. Im selben Jahr brach in der Werft der Hafenstadt ein Feuer bei Schweißarbeitern auf einem Atom-U-Boot aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. August 2019 um 14:00 Uhr.

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