ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt  | Bildquelle: dpa

Fußball-WM Russland verteidigt Einreiseverbot für Seppelt

Stand: 12.05.2018 15:45 Uhr

Nach harscher Kritik aus Deutschland hat Russland das Einreiseverbot zur Fußball-WM für den ARD-Dopingexperten Seppelt verteidigt. Der russische Sportpolitiker Swischtschow warf ihm Verleumdung vor.

Ein russischer Sportpolitiker hat die Verweigerung eines Visums für den ARD-Journalisten und Doping-Experten Hajo Seppelt zur Fußball-WM mit scharfen Worten verteidigt. Seppelt wolle die Reise zur Weltmeisterschaft nur nutzen, um Russland zu verleumden und sich selbst daran zu bereichern, sagte der Abgeordnete Dmitri Swischtschow der Agentur R-Sport in Moskau.

"Was will ein Mensch, der mit Dreck wirft, mit unbestätigten Fakten arbeitet und in Russland nur das Negative sucht?", kommentierte Swischtschow. "Soll er doch die WM im Fernsehen anschauen. Wenn er objektive Filme über Russland macht, sind wir immer bereit, ihm ein Super-Visum auszustellen, mit mehrfacher Einreise und für ein Jahr", sagte das Mitglied des Sportausschusses in der Staatsduma. Eine Stellungnahme der Regierung lag zunächst nicht vor.

Seppelt "unerwünschte Person"

Die ARD hatte zuvor berichtet, dass Russland ihrem Mitarbeiter das Visum für die Fußball-WM vom 14. Juni bis 15. Juli verweigert habe.

Seppelt steht demnach auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen" und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen wurden nicht gemacht.

Die ARD betrachtet dies als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und im Hinblick auf die Berichterstattung über Großereignisse wie die Fußball-WM als beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit.

"Das liegt natürlich daran, dass wir kritisch über Russland berichtet haben, dass wir das russische Staatsdoping 2014 aufgedeckt haben", sagte Seppelt. "Es sieht ganz so aus, als ob das eine der Konsequenzen ist."

Heftige Reaktionen auf Einreiseverbot für Seppelt
tagesthemen 21:30 Uhr, 12.05.2018, Kirsten Girschick, ARD Berlin

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Bundesregierung kritisiert Einreiseverbot

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen, forderte Russland auf, das Einreiseverbot für Seppelt aufzuheben. "Russland sollte die Verweigerung des Visums für Herrn Seppelt korrigieren", sagte Röttgen dem "Tagesspiegel". "Sonst entsteht der begründete Verdacht, dass Russland entweder etwas zu verbergen oder ein Problem mit Transparenz und Fairplay im Sport hat oder beides."

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu: "Wir haben, auch in Absprache mit der ARD, mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen und drängen auf unverzügliche Klärung."

Auch die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag, hat das Einreiseverbot heftig kritisiert und den Weltverband und deren Präsident Gianni Infantino in die Pflicht genommen. "Ich bin gespannt, wie Herr Infantino jetzt darauf reagiert. Schließlich gibt die FIFA ja vor, die Einreise von Journalisten zur WM ermöglichen zu wollen", sagte die SPD-Politikerin.

Auch der DFB-Präsident Reinhard Grindel nahm die FIFA in die Pflicht: "Ich habe volles Vertrauen, dass die FIFA jetzt ihren Einfluss geltend macht, damit Herr Seppelt ungehindert aus Russland berichten kann", sagte Grindel.

FIFA bestätigt Akkreditierung

Die FIFA hatte tags zuvor bestätigt, Seppelt die Akkreditierung für das WM-Turnier gewährt zu haben.

Zuvor hatte Stephan Mayer, der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, das Einreiseverbot scharf kritisiert: "Das ist aus meiner Sicht ein denkbar schlechter Vorbote für eine objektive und unabhängige Berichterstattung im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft", sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio. Scharfe Kritik kam auch vom Deutschen Journalistenverband.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. Mai 2018 um 21:45 Uhr.

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