BBC-Hauptsitz in London | Bildquelle: AFP

Medienstreit eskaliert Russland lässt die BBC untersuchen

Stand: 21.12.2018 12:47 Uhr

Der Streit zwischen Russland und der BBC geht weiter. Der Kreml lässt den Sender jetzt wegen tendenziöser Berichterstattung untersuchen. Vorausgegangen war eine Sanktionsdrohung einer britischen Aufsichtsbehörde gegen den russischen Sender RT.

Russland nimmt als Reaktion auf das britische Vorgehen gegen den russischen Sender RT die BBC ins Visier. Es werde geprüft, ob sich der britische Sender mit seinen Berichten und in seinem Internetangebot an die russischen Gesetze halte, teilte die Medienaufsicht Roskomnadsor mit.

Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, warf dem britischen Traditionssender vor, in Teilen seiner Berichterstattung tendenziös und politisch motiviert zu sein. Die Berichterstattung der BBC habe seit langer Zeit viele Fragen aufgeworfen. Das betreffe sowohl Berichte über die Politik in Russland wie auch über die russische Rolle im Syrien-Konflikt.

Dmitri Peskow | Bildquelle: REUTERS
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Kremlsprecher Dmitri Peskov beobachtet die BBC seit langer Zeit.

Die BBC betonte in einer ersten Reaktion, die Arbeit des Senders in Russland stehe voll in Einklang mit russischen Gesetzen und diene einzig dem Ziel, unabhängige Nachrichten zu recherchieren und zu berichten.

Streit nach Vorwürfen im Fall Skripal

Die britische Aufsichtsbehörde Ofcom hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass der kremlnahe Sender RT im vergangenen Jahr in sieben Sendungen gegen das Gebot der Überparteilichkeit verstoßen habe. Moniert wurden Berichte über den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia im südenglischen Salisbury im März. Ofcom drohte dem russischen Sender deshalb mit Sanktionen.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan wies die Kritik der britischen Rundfunkaufsicht als "Blödsinn" zurück. Die Sanktionsdrohung sei für RT "völlig aus heiterem Himmel" gekommen, schrieb Simonjan im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Giftanschlag auf die Skripals hat zu einer schweren Krise in den Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien geführt. Großbritannien macht die russische Regierung für den Anschlag verantwortlich, der Kreml wies von Anfang an jegliche Verantwortung zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 21. Dezember 2018 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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