In der Ausstellung des "Kigali Genocide Memorial centre" sind Fotos einiger der Opfer des Völkermords zu sehen. | Bildquelle: AP

Gedenken in Ruanda "Geschichte wird sich nicht wiederholen"

Stand: 07.04.2019 20:59 Uhr

Etwa 800.000 Menschen wurden während des Völkermords 1994 in Ruanda getötet. Bei einer Gedenkfeier gedachten Überlebende der Opfer. "Was hier passiert ist, wird niemals wieder passieren", sagte Präsident Kagame.

Mit einer bewegenden Zeremonie haben die Menschen in Ruanda an den Völkermord vor 25 Jahren erinnert. Präsident Paul Kagame versprach bei der zentralen Feier in der Hauptstadt Kigali, Geschichte werde sich nicht wiederholen.

Körper und Geist hätten Amputationen und Narben davongetragen, sagte er. "Aber keiner von uns ist allein. Wir Ruander haben uns selbst einen Neubeginn gewährt. Wir leben in einem Zustand des permanenten Gedenkens, jeden Tag, bei allem was wir tun."

"Nicht nur wurden Körper zerstört, sondern auch die Idee von Ruanda selbst", sagte der 61-Jährige und ergänzte: "Was hier passiert ist, wird niemals wieder passieren." Der Staatschef mahnte, dass Ruanda sich keine Selbstgefälligkeit leisten könne. "Das Leid, was wir durchlebt haben, sollte genug sein, um unseren Kampfgeist am Leben zu halten."

Moussa Faki Mahamat, Paul Kagame, Ruandas First Lady Jeannette Nyiramongi Kagame und Jean-Claude Juncker nehmen am "Kigali Völkermord Denkmal" in Gisozi an einer Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Völkermords in Ruanda teil. | Bildquelle: dpa
galerie

Moussa Faki Mahamat, Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union, Paul Kagame, Präsident von Ruanda, seine Frau Jeannette Nyiramongi Kagame und Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, entzünden eine Flamme in Gedenken an die Opfer.

Flamme am Völkermord-Denkmal entzündet

Am Völkermord-Denkmal von Gisozi entzündete Kagame eine Flamme - gemeinsam mit anderen Politikern wie EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Die große Gedenkfeier fand im Nationalstadion statt. Dorthin hatten sich vor 25 Jahren Tausende Menschen mit Hilfe der UN in Sicherheit gebracht.

Mit den Veranstaltungen beginnt eine landesweite Gedenkwoche. Bis Juli gilt zudem Staatstrauer.

Der Massenmord an der Minderheit der Tutsi begann am 6. April 1994, als ein Flugzeug mit dem damaligen Präsidenten Juvénal Habyarimana abgeschossen wurde. Er gehörte zur Volksgruppe der Hutu. Die Tutsi wurden für den Abschuss verantwortlich gemacht. Anschließend begannen Hutu-Extremisten mit der Tötung der Tutsi, sie wurden dabei von Armee, Polizei und Milizen unterstützt. Bei dem Völkermord waren rund 800.000 Menschen getötet worden.

Ruanda gedenkt der Opfer des Völkermordes vor 25 Jahren
tagesschau 20:00 Uhr, 07.04.2019, Sabine Bohland, ARD Nairobi zzt. Kigali

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Stabilität, Wirtschaftswachstum, eingeschränkte Presse

Seit dem Völkermord hat Ruanda eine bemerkenswerte Entwicklung durchlebt. Unter Kagame - der seit Ende des Genozids de facto, seit 2000 als Präsident an der Macht ist - hat das ostafrikanische Land Stabilität und großes Wirtschaftswachstum erlebt.

Etliche Programme der Regierung und der Zivilgesellschaft haben die Versöhnung im Land vorangetrieben. Aber es werden auch Meinungsfreiheit, Oppositionsarbeit und die Zivilgesellschaft stark eingeschränkt. Die Behörden würden Regierungskritiker belästigen, unrechtmäßig festnehmen, sogar foltern, kritisiert etwa Human Rights Watch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. April 2019 um 20:00 Uhr.

Darstellung: