Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan salutiert vor seinen Anhängern während einer Kundgebung. | Bildquelle: dpa

Vereinbarung für Nordsyrien Vorerst keine neue Militäroffensive

Stand: 23.10.2019 05:14 Uhr

Laut US-Angaben haben sich sämtliche kurdische Kämpfer aus der geplanten Sicherheitszone in Nordsyrien zurückgezogen. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte daraufhin, derzeit sei keine weitere Offensive nötig, droht aber weiter.

Die Türkei sieht nach eigenen Angaben derzeit keine Notwendigkeit für eine Wiederaufnahme ihrer Militäroffensive in Nordsyrien. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte, "zum jetzigen Zeitpunkt" sei eine "neue Operation" nicht nötig. Die USA hätten die Türkei zum Ende einer fünftägigen Feuerpause darüber informiert, dass alle Kurdenkämpfer sich aus der geplanten Sicherheitszone zurückgezogen hätten. Nach der Einigung mit Russland gebe es derzeit keinen Anlass, "außerhalb des derzeitigen Offensiven-Gebiets" eine neue Operation zu beginnen. Weitere militärische Schritte innerhalb dieses Gebiets - zwischen Tall Abjad und Ras al-Ain - schließt diese Formulierung nicht aus.

US-Vizepräsident Mike Pence und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten am vergangenen Donnerstag in Ankara vereinbart, dass die Türkei eine fünftägige Feuerpause einhält. Diese Waffenruhe sollte den Kämpfern der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) ermöglichen, sich vor dem Vormarsch der türkischen Armee zurückzuziehen. Die Feuerpause lief am Abend aus. Gestern vereinbarten Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin russisch-türkische Patrouillen in der Region. 

Erdogan und Putin beschließen eine Verlängerung der Feuerpause in Nordsyrien
tagesthemen 22:15 Uhr, 22.10.2019, Marion Schmickler, ARD Moskau

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Dass trotz des neuen Abkommens mit Russland weitere kriegerische Handlungen nicht ausgeschlossen sind, zeigte eine Warnung, die Erdogan am späten Abend auf dem Rückweg nach Ankara ausstieß: "Die Frist des Abkommens mit den USA endet heute Nacht um 22.00 Uhr. Die gegebenen Versprechen wurden nicht vollständig eingehalten. Sobald wir zurückkehren, werden wir die endgültigen Ergebnisse bekommen, und wenn es so ist, dann werden wir die nötigen Schritte setzen", sagte er laut der Zeitung "Hürriyet". Die Türkei hatte mehrfach mit der Wiederaufnahme ihrer Offensive gedroht, falls die Kurden ihre Kämpfer nicht vollständig abziehen sollten.

UN: Mehr als 176.000 Menschen durch Offensive vertrieben

Bei der fast zweiwöchigen türkischen Offensive im Nordosten Syriens sind nach UN-Angaben mehr als 176.000 Menschen vertrieben worden. Darunter seien fast 80.000 Kinder, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric mit. In der Region sei zudem wichtige Infrastruktur beschädigt worden. So seien durch Schäden an Stromleitungen mindestens vier medizinische Einrichtungen in ihrer Arbeit eingeschränkt. An der Wasserstelle Aluk, die mehr als 400.000 Menschen in der Stadt Al-Hassake und umliegende Vertriebenenlager versorgt, seien indes vorläufige Wartungen vorgenommen worden. Generatoren würden genutzt, um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Imran Riza, habe sich nach einem Besuch in Nordostsyrien dankbar gezeigt, dass Appelle der Vereinten Nationen für einen humanitären Zugang auf offene Ohren gestoßen seien. Riza sei überdies froh, dass die Wasserversorgung wiederhergestellt worden sei und so gravierendere Probleme abgewendet worden seien, ergänzte Dujarric.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 22. Oktober 2019 um 22:15 Uhr.

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