Chalid Scheich Mohammed | Bildquelle: AP

US-Lager Guantanamo Termin für 9/11-Prozess steht

Stand: 31.08.2019 10:24 Uhr

Fast 20 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September steht offenbar der Prozesstermin für den mutmaßlichen Drahtzieher fest: Chalid Scheich Mohammed sowie vier weitere Angeklagte sollen laut US-Medien im Januar 2021 vor Gericht.

Im US-Haftlager in Guantanamo soll laut US-Medienberichten im übernächsten Jahr der Prozess gegen fünf mutmaßliche Beteiligte an den Planungen für die Anschläge vom 11. September 2001 beginnen. Ein Militärrichter habe den Beginn der Auswahl der Geschworenen für den Prozess gegen den mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed und die vier weiteren Angeklagten für den 11. Januar 2021 festgesetzt. Damit würde der Prozess genau acht Monate vor dem 20. Jahrestag der Anschläge beginnen, bei denen insgesamt fast 3000 Menschen in New York, bei Washington und im US-Bundesstaat Pennsylvania getötet worden waren.

Chalid Scheich Mohammed und Ramzi Binalshib.
galerie

Chalid Scheich Mohammed und der ehemalige Hamburger Student Ramzi Binalshib auf einem Fahndunsgfoto des FBI.

Die fünf mutmaßlich an den Vorbereitungen der Anschläge beteiligten Männer wurden in den Jahren 2002 und 2003 in Pakistan gefasst und später nach Guantanamo gebracht. Chalid Scheich Mohammed hat sich selbst damit gebrüstet, die 9/11-Anschläge geplant zu haben. Zu den Angeklagten gehört auch Ramzi Binalshib. Er hatte in der sogenannten Hamburger Terrorzelle mit Mohammed Atta zusammen gewohnt, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September. 

Bislang erster Prozess vor Sondertribunal

Der Prozess soll vor einer der Militärkommissionen stattfinden, die unter dem früheren Präsidenten George W. Bush eigens dafür eingesetzt worden waren, um im Rahmen des "Kriegs gegen den Terror" Beschuldigte zu verurteilen. Es wäre der bislang erste Prozess vor einem dieser Sondertribunale. Auch wenn die Militärkommissionen unter Präsident Barack Obama reformiert wurden, sind sie weiterhin stark umstritten. Denn die Rechte des Angeklagten sind im Vergleich zu ordentlichen Gerichten eingeschränkt. 

Im US-Gefangenenlager auf Kuba sitzen 40 Männer ein. Guantanamo war nach den Terroranschlägen 2001 errichtet worden, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. US-Präsident Donald Trump will an dem umstrittenen Lager erhalten. Sein Vorgänger Obama war mit dem Versuch gescheitert, es zu schließen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2019 um 08:00 Uhr.

Darstellung: