PKK-Kämpfer im Sinschar-Gebirge

Abzug angekündigt PKK-Kämpfer geben Nordirak auf

Stand: 23.03.2018 18:46 Uhr

Die kurdischen Rebellen ziehen sich aus der Sindschar-Region im Nordirak zurück. Man habe das Ziel erreicht, die Jesiden dort vor dem "Islamischen Staat" zu schützen. Zuvor hatte die Türkei mit einer Offensive gedroht.

Die kurdische PKK-Miliz zieht sich aus der Sindschar-Region im Nordirak zurück. Die kurdische Dachorganisation KCK erklärte, die PKK räume die nordirakische Region Sindschar. Dort hatte sie 2014 Fuß gefasst, nachdem sie der Minderheit der Jesiden gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zur Hilfe gekommen war. Dieses Ziel sei erreicht, hieß es in einer offiziellen Begründung.

Luftangriffe der Türkei

Die Türkei hatte in dieser Woche PKK-Stellungen im Nordirak angegriffen und nach Armeeangaben mindestens zwölf kurdische Kämpfer getötet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zudem mit der Ausweitung der Offensive gedroht. Sollte die irakische Regierung nicht selbst gegen die PKK-Lager im Nordirak vorgehen, könne die Türkei "eines Nachts plötzlich in Sindschar eindringen, um sie von der PKK zu säubern", sagte Erdogan diese Woche. Wenn Bagdad die Sache nicht bald angehe, werde es eine weitere "Operation Olivenzweig" geben.

Damit ist die Offensive der türkischen Armee im benachbarten Syrien gemeint. Sie kämpft dort gegen Einheiten der kurdischen YPG-Miliz, die sie als Ableger der PKK betrachtet. Die Türkei will nach eigenen Angaben verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet und hat angedroht, nach der Eroberung des nordsyrischen Afrin ihren Kampf gegen kurdische Milizen auf den Irak auszuweiten.

Die Stadt Sindschar im Norden Iraks | Bildquelle: picture alliance / Benno Schwing
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Die Stadt Sindschar im Norden des Irak

PKK gilt als Terrororganisation

Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit den 1980er-Jahren für mehr Autonomie im Südosten der Türkei. Mehr als 40.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2018 um 06:12 Uhr.

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