Vor der Synagoge "Tree of Live" in Pittsburgh stehen mehrere bewaffnete Sicherheitsbeamte.  | Bildquelle: REUTERS

Behörden in Pittsburgh Elf Tote bei Schüssen in Synagoge

Stand: 27.10.2018 22:31 Uhr

Die jüdische Gemeinde in der US-Stadt Pittsburgh steht unter Schock: Mitten in einem Gottesdienst hat ein Schütze auf die Gläubigen gefeuert. Die Behörden bestätigten jetzt: Es gab elf Tote.

Die Szenen in der Synagoge gehörten zu den schlimmsten, die er bisher gesehen habe - so beschrieb Wendell Hissrich, Direktor für Öffentliche Sicherheit bei der Stadt Pittsburgh, den Tatort danach. Es sei sehr schlimm, so Hissrich.

Es passierte während eines Gottesdienstes am jüdischen Sabbat, als an der "Tree-of-Life"-Synagoge im Pittsburgher Ortsteil Squirrel Hill mehrere Menschen erschossen wurden. Ein Mann habe während einer Namensgebungszeremonie für ein Baby das Feuer eröffnet, sagte der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro. Inzwischen haben die Behörden die Zahl der Toten bekannt gegeben: Elf Menschen verloren ihr Leben, mindestens sechs wurden verletzt - unter ihnen vier Polizisten.

Mehrere Tote bei Schüssen in Synagoge
tagesthemen 23:30 Uhr, 27.10.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Mutmaßlicher Täter offenbar identifiziert

Der mutmaßliche Täter habe sich den Beamten gestellt und sei festgenommen worden, hieß es weiter. Medien berichteten, der Verdächtige sei als ein 46 Jahre alter Amerikaner identifiziert worden, der in Sozialen Netzwerken durch rechtsgerichtete Kommentare aufgefallen sei. Die Behörden erklärten, sie würden die Tat bei ihren Ermittlungen als Hassverbrechen einstufen. Das FBI hat demnach die Ermittlungen übernommen. Die Behörde geht derzeit davon aus, dass der Mann alleine gehandelt hat. Der Verdächtige wird mit Schusswunden im Krankenhaus behandelt.

Die "Tree-of-Life"-Synagoge gilt als ein konservatives jüdisches Gotteshaus, das jedoch offen für Neuerungen sei, wie der Präsident der jüdischen Gemeinde im Großraum Pittsburgh, Jeff Finkelstein, am Ort des Geschehens sagte. Normalerweise finden sich dort am Samstagmorgen rund 50 bis 60 Gläubige ein. Auch in anderen Gegenden der USA wurden sofort die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen erweitert.

Antisemitisches Motiv?

In Squirrel Hill, wo die Synagoge steht, leben Finkelsteins Angaben zufolge rund 50 Prozent der im Großraum Pittsburgh ansässigen Juden. Der Präsident zeigte sich erschüttert: "So etwas sollte nicht passieren, nicht in einer Synagoge, nicht in unserem Viertel."

Ein lokaler Fernsehsender hatte unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, der Schütze sei in die Synagoge gegangen und habe die Worte ausgesprochen: "Alle Juden müssen sterben."

US-Präsident Donald Trump forderte nach den tödlichen Schüssen von Pittsburgh schnellere Todesurteile für Mörder. "Sie sollten wirklich den ultimativen Preis zahlen", sagte Trump am Samstag über Menschen, die Gläubige in Gotteshäusern erschießen. "Sie sollten nicht Jahre über Jahre darauf warten."

Der Präsident sprach sich zudem für bewaffnetes Sicherheitspersonal bei Gottesdiensten aus. "Ein Verrückter ging hinein und sie hatten keinen Schutz", sagte Trump über die Gemeindemitglieder. Bewaffnete Posten hätten ihn sofort stoppen können.

Israels Premier entsetzt

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilte die Schüsse scharf. "Mein Herz ist gebrochen und ich bin angewidert von der mörderischen Attacke auf eine Synagoge in Pittsburgh", sagte Netanjahu in einem Video-Statement. Das gesamte israelische Volk trauere mit den Familien der Toten. Er sicherte den Betroffenen und Hinterbliebenen Unterstützung zu. "Wir stehen zusammen mit dem amerikanischen Volk im Angesicht dieser furchtbaren antisemitischen Brutalität", sagte er.

Der israelische Generalkonsul in New York, Dani Dayan, hatte zuvor erklärt, das Geschehen werde als innere Angelegenheit Israels betrachtet, auch wenn es Tausende Kilometer von Israel entfernt passiert sei. Der Jüdische Weltkongress (WJC) zeigte sich schockiert. Bei dem Vorfall handele es sich um einen "abscheulichen Terrorakt", sagte WJC-Präsident Ronald Lauder. "Das war ein Angriff nicht nur auf die jüdische Gemeinde, sondern auf ganz Amerika." 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Oktober 2018 um 20:00 Uhr.

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