Papst Franziskus spendet Segen "Urbi et Orbi" | Bildquelle: REUTERS

Segen "Urbi et Orbi" Papst erinnert an Leid von Flüchtlingen

Stand: 25.12.2019 12:45 Uhr

Papst Franziskus hat "Ungerechtigkeiten" und "Mauern der Gleichgültigkeit" gegenüber Geflüchteten verurteilt. Auch auf die Konflikte in Syrien und der Ukraine ging er in seiner Weihnachtsbotschaft ein.

Papst Franziskus hat der Opfer von Gewalt und Verfolgungen gedacht. In seiner Weihnachtsbotschaft vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom sagte der Pontifex, Ungerechtigkeit zwinge die Menschen dazu, Wüsten und Meere zu überqueren, "die zu Friedhöfen werden".

Zahlreiche europäische Länder schotteten sich ab. Menschen, die zur Flucht gezwungen seien, stießen auf "Mauern der Gleichgültigkeit, wo sie Hoffnung auf ein würdiges Leben haben könnten". Christus solle das "oft verhärtete und egoistische Herz" der Menschen erweichen, sagte er.

Papst Franziskus spendet traditionellen Segen "Urbi et Orbi"
tagesschau 20:00 Uhr, 25.12.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Lösungen für Syrien und die Ukraine angemahnt

Besonders erinnerte er an das Leiden von Kindern in Konflikten. Für das vom Krieg zerrissene Syrien rief er zu internationalen Friedensbemühungen auf. Auch in der Ukraine brauche es "konkrete Lösungen für einen dauerhaften Frieden". Franziskus bestärkte auch die versöhnlichen Kräfte im Heiligen Land. Trotz der Schwierigkeiten ließen sich dort viele nicht in ihrer Hoffnung auf Frieden, Sicherheit und Wohlstand entmutigen. Der Libanon müsse aus einer aktuellen Krise herausfinden und wieder ein "Modell harmonischen Zusammenlebens" werden.

Ferner lenkte der Papst den Blick auf die Spannungen im Irak und die humanitäre Krise im Jemen. Ebenso erinnerte er an soziale und politische Unruhen in verschiedenen Ländern Amerikas. Die Menschen in Venezuela ermutigte er, sich für Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Ende der Armut einzusetzen.

Auf Spannungen und Probleme in Fernost, etwa die Lage der Uiguren in China und die Proteste in Hongkong, ging das Kirchenoberhaupt hingegen nicht ein.

Zehntausende auf dem Petersplatz

Papst spendet Segen Urbi et Orbi | Bildquelle: AFP
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Franziskus zeigte sich vom Balkon des Petersdoms aus.

Im Anschluss an die Weihnachtsbotschaft spendete der Papst den traditionellen Segen "Urbi et Orbi", "der Stadt und dem Erdkreis". Zu der feierlichen Zeremonie, die nur an Weihnachten und Ostern sowie nach einer Papstwahl stattfindet, versammelten sich Zehntausende Besucher und Pilger vor der Loggia des Petersdoms.

Der Papst spendet seinen Segen "Urbi et Orbi"
Sarah Zerback, ARD Rom
25.12.2019 13:10 Uhr

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Urbi et Orbi

Der Segen "Urbi et Orbi" ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die Formel "der Stadt und dem gesamten Erdkreis" geht auf die antiken Römer zurück. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich.

Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen wie am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem besonderen Ablass verbunden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2019 um 13:06 Uhr.

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