Papst Franziskus im japanischen Nagasaki | Bildquelle: dpa

Franziskus in Nagasaki Papst prangert atomares Wettrüsten an

Stand: 24.11.2019 09:59 Uhr

Allein der Besitz von Atomwaffen sei pervers und unentschuldbar - Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Nagasaki ein Aus für Massenvernichtungswaffen gefordert. Sie trügen nicht zu Frieden bei.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom, zzt. Nagasaki

Es war eine berührende Szene im regnerischen Grau von Nagasaki. Zwei Überlebende des Atombombenabwurfes traten auf Franziskus zu und überreichten ihm einen Gedenkkranz aus weißen Blumen. Der Papst legte ihn am Mahnmal nieder, dort wo 1945 das Zentrum der Atombombenexplosion war. Danach verharrte Franziskus fast zwei Minuten im stillen Gebet vor dem Blumenkranz, immer wieder gen Himmel schauend, aus dem es strömend regnete.

Seine Ansprache danach war ein im Ton stiller, im Inhalt kraftvoller Appell, Atomwaffen abzuschaffen. "Eine Welt in Frieden und frei von Atomwaffen ist das Bestreben von Millionen von Männern und Frauen überall auf der Erde". sagte er.

Eine solche Welt ohne Atomwaffen, sei nicht nur möglich, sondern notwendig, so der Appell des Papstes an die politisch Verantwortlichen. Denn Frieden und internationale Stabilität, sagte Franziskus, könnten nicht aufgebaut werden auf der Bedrohung einer gänzlichen Auslöschung. "Unsere Welt lebt im perversen Zwiespalt, Stabilität und Frieden auf der Basis einer falschen, von einer Logik der Angst und des Misstrauens gestützten Sicherheit verteidigen und sichern zu wollen", erklärte der Pontifex. "Am Ende vergiftet dies die Beziehungen zwischen den Völkern."

Papst Franziskus mahnt in Nagasaki zur Abschaffung aller Atomwaffen
tagesschau 17:15 Uhr, 24.11.2019, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Appell für Rüstungskontrolle

Nachdrücklich sprach sich Franziskus dafür aus, Abkommen zur Abrüstung und zur Waffenkontrolle umzusetzen. Die Ansprache war auch ein leidenschaftlicher Appell gegen Waffen generell. Das Wettrüsten, so der Papst, vergeude wertvolle Ressourcen, die im Kampf gegen Armut und für den Umweltschutz benötigt würden: "In der Welt von heute, wo Millionen von Kindern und Familien unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, ist es ein himmelschreiender Anschlag, wenn für die Herstellung, die Modernisierung, den Erhalt und den Verkauf von Waffen mit immer stärkerer Zerstörungskraft Gelder ausgegeben und damit Vermögen erzielt werden."

Anschließend feierte der Papst eine Messe im nicht ganz vollbesetzten Baseball-Stadion von Nagasaki. In seiner Predigt zum Abschluss griff Franziskus erneut das Thema Abrüstung auf und erinnerte auch an die Leiden der Opfer derzeitiger Kriege. Nagasaki trage "in seiner Seele eine schwer zu heilende Wunde", sagte Franziskus, "ein Zeichen für das unerklärliche Leid so vieler Unschuldiger; Opfer, die durch die Kriege von gestern getroffen wurden, aber noch heute wegen des stückweisen dritten Weltkriegs leiden. Erheben wir hier unsere Stimme in einem gemeinsamen Gebet für alle, die heute am eigenen Leib diese himmelschreiende Sünde erleiden."

Papst fährt in das Stadion von Nagasaki ein | Bildquelle: AFP
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Rund 35.000 Menschen waren in das Stadion von Nagasaki gekommen, um die Worte des Papstes zu hören.

Wo die Folgen von Atombomben sichtbar sind

Nagasaki, der Ort der heutigen Papst-Rede, gilt als Symbol für die grausamen Folgen eines Einsatzes von Nuklearwaffen. Durch eine Atombombe der US-Armee sind 1945 in Nagasaki über 70.000 Menschen getötet worden. Drei Tage zuvor waren durch einen Atombombenabwurf über Hiroshima mindestens doppelt so viele Menschen ums Leben gekommen.

Auch an der dortigen Gedenkstätte wird Franziskus sprechen, außerdem werden zwei Überlebende des Atombombenabwurfes zu Wort kommen.

Der Japan-Besuch des Papstes steht unter dem Motto "Jedes Leben schützen". Morgen will Franziskus Überlebende der Dreifach-Katastrophe von Fukushima treffen. Außerdem wird erwartet, dass sich der Papst kritisch zur in Japan immer noch geltenden Todesstrafe äußern wird. Zur Messe im Tokio Dome ist ein Mann eingeladen, der bis zu seiner Freilassung jahrzehntelang auf seine Hinrichtung gewartet hatte.

Papst Franziskus fordert Ende des atomaren Wettrüstens
Jörg Seisselberg, ARD Rom
24.11.2019 08:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2019 um 05:11 Uhr.

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