Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßt seinen britischen Amtskollegen Matt Hancock beim Treffen der G7-Gesundheitsminister im Juni 2021 in Oxford. | dpa

G7-Staaten Gemeinsam gegen künftige Pandemien

Stand: 04.06.2021 18:11 Uhr

Die G7-Industrienationen wollen aus Corona lernen und besseren Schutz vor Pandemien. Das betonten sie nach Gesprächen in Oxford. Für EU-Bürger könnte das Treffen leichteres Reisen nach einer Impfung mit sich bringen.

Die sieben führenden Industrienationen wollen sich durch gemeinsame Kooperation besser gegen künftige Pandemien wappnen. Das vereinbarten die Gesundheitsminister der G7-Staaten auf einem Treffen im britischen Oxford.

"Wir müssen sicherstellen, dass wir im Inland besser auf zukünftige Bedrohungen der Gesundheitssicherheit vorbereitet sind", heißt es in der Abschlusserklärung des Treffens, das zur Vorbereitung des G7-Gipfels diente, der vom 11. bis 13. Juni in Cornwall stattfinden soll.

"Schneller und effektiver reagieren"

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nahm an den Beratungen teil. "Die Pandemie bewältigen wir nur gemeinsam, nicht im nationalen Alleingang", sagte er. Ziel sei es, gemeinsame Strukturen aufzubauen, um im Falle einer Pandemie schneller und effektiver reagieren zu können. Als ein Beispiel nannte Spahn die Bereitstellung von bezahlbaren Tests auf mögliche Erreger. Diese sollten künftig durch "gemeinsame Anstrengungen von Staaten, Wissenschaft und Industrie" bereits innerhalb von 100 Tagen verfügbar sein.

EU-Impfzertifikat auch in G7-Nationen gültig?

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Krise streben die G7-Staaten einen von allen zugehörigen Nationen anerkannten Impfnachweis an. In der Abschlusserklärung legen die Industriestaaten dabei den Fokus auf den von der EU geplanten Nachweis. In dem Zertifikat sollen Corona-Impfungen, negative Testergebnisse und überstandene Infektionen festgehalten werden. Ab dem 1. Juli soll es EU-weit einsetzbar sein.

Sollte das EU-Zertifikat auch von sämtlichen G7-Staaten anerkannt werden, könnte so auch die Einreise nach Japan, Kanada, Großbritannien und in die USA erleichtert werden.

WHO finanziell stärken

In ihrer Abschlusserklärung heben die G7-Staaten auch die zentrale Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Pandemien hervor. Die Organisation brauche "mehr Geld, mehr Einfluss, bessere Strukturen", betonte Spahn. Darum wollen die G7-Mitglieder sicherstellen, dass die WHO "nachhaltig und vorhersehbar" finanziert wird.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Juni 2021 um 17:45 Uhr.