Forscher beim Mars-Experiment in der Wüste Omans | Bildquelle: AFP

Experiment in Oman "Mars"-Mission in der Wüste

Stand: 08.02.2018 16:39 Uhr

Sie wollen Fahrzeuge testen und Gemüse anbauen: In der Wüste Omans ist eine dreiwöchige "Mars"-Mission gestartet. Fern der Zivilisation simulieren Forscher die Arbeitsbedingungen auf dem Roten Planeten.

Ein Raupenfahrzeug, Iglu-förmige Zelte, Helme mit Solarenergie: In einer Wüste des Sultanats Oman hat eine simulierte Mars-Mission begonnen. Sechs Forscher (sogenannte Analog-Astronauten) des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) wollen drei Wochen lang abseits der Zivilisation unter möglichst realistischen Gegebenheiten die Arbeitsbedingungen auf dem Roten Planeten simulieren.

Nach Angaben des ÖWF sollen nun 16 Experimente aus den Bereichen Ingenieurtechnik, Astrobiologie, Geophysik und Geologie, Biowissenschaften und Humanwissenschaften wichtige Erkenntnisse für künftige bemannte Mars-Missionen liefern. "Menschen aus gut 20 Ländern arbeiten bei dieser Mission zusammen", sagte der Flugdirektor der Simulation namens AMADEE-18, Reinhard Tlustos.

Forscher beim Mars-Experiment in der Wüste Omans | Bildquelle: dpa
galerie

Fast wie auf dem Mars: Die Forscher wollen Ausrüstung und Fahrzeuge testen - und in aufblasbaren Zelten Gemüse anbauen.

Bei Problemen auf sich allein gestellt

Die Forscher wollen Ausrüstung und Marsfahrzeuge testen, untersuchen, ob in einem aufblasbaren Treibhaus Gemüse wächst und herausfinden, wie sie unter den extremen Bedingungen miteinander zurechtkommen. Bei Problemen sind sie auf sich allein gestellt, einziger Kontakt nach außen ist das Kontrollzentrum in Innsbruck. Zudem kann die Feldcrew in Oman nur mit zehnminütiger Verzögerung mit dem Kontrollzentrum in Innsbruck kommunizieren, um auch diesen Aspekt einer Mission zum Roten Planeten realitätsnah nachzustellen.

Zur "Astronauten"-Crew gehört erneut die Berliner Mathematikerin Carmen Köhler. Die 37-Jährige war unter anderem bei einer Vorgängermissionen, der Mars-Simulation AMADEE-15, auf einem Tiroler Gletscher dabei.

Ideale Testbedingungen

Die Wüste bietet laut ÖWF ausgezeichnete Testbedingungen. Ähnlich wie auf dem Mars wechselten Sand und Felsen, sanfte und steile Hügel ab. Das Sultanat Oman unterstütze die Expedition großzügig. Betreut wird die Vor-Ort-Crew von einem insgesamt 200 Mann starken Team.

Die "Astronauten" tragen bei ihrem Einsatz einen etwa 50 Kilogramm schweren Raumanzug, der auf dem Mars aufgrund der geringeren Schwerkraft aber leichter wäre. Eine entscheidende Rolle bei einer solchen Mission, die für jeden Astronauten künftig rund 1000 Tage dauern dürfte, spielt die Herstellung von Ersatzteilen. Deshalb wird ein in Polen entwickelter 3D-Drucker, wie er bereits auf der Raumstation ISS im Einsatz ist, getestet.

Auf einem Wissenschaftskongress sollen die Ergebnisse der Experimente umfassend besprochen werden. Viele Experten gehen davon aus, dass eine Mars-Mission in etwa 20 Jahren starten kann. Das ÖWF ist ein Netzwerk für Weltraumfans, den Weltraumsektor, die Industrie, die universitäre Lehre und die Öffentlichkeit. Es hat sich auf Mars-Experimente spezialisiert und bereits zahlreiche Missionen gestartet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Februar 2018 um 17:45 Uhr.

Darstellung: