Karl Nehammer | AP

Corona-Pandemie Österreich beendet Lockdown für Ungeimpfte

Stand: 26.01.2022 12:23 Uhr

Nach mehr als zwei Monaten endet in Österreich am Montag der Lockdown für Ungeimpfte - trotz sehr vieler Neuinfektionen. In den Kliniken drohe keine Überlastung der Intensivkapazitäten, hieß es.

In Österreich wird der Lockdown für Ungeimpfte am Montag beendet. Das kündigte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) an. Ein von der Regierung eingerichtetes Experten-Gremium erachte diese Maßnahme als nicht mehr sinnvoll. Trotz der hohen Infektionszahlen in der aktuellen Corona-Welle drohe keine Überlastung der Intensivkapazitäten in den Kliniken, hieß es.

Die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens bleibt aber erhalten, die Ungeimpften zum Beispiel das Einkaufen nur in Geschäften des täglichen Bedarfs erlaubt. Dafür können sie ab Montag ihr Zuhause aber wieder ohne triftigen Grund verlassen.

Der Lockdown für Menschen ohne vollständige Corona-Impfung war am 15. November in Kraft getreten. Vom 22. November bis zum 12. Dezember hatte zudem ein Lockdown mit strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte gegolten.

Höchstwert bei Neuinfektionen

In den kommenden Wochen erwarten die Experten nach Angaben von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), dass die Neuinfektionszahlen binnen 24 Stunden auf bis zu 40.000 Fälle klettern. Zuletzt habe es einen Höchstwert von mehr als 30.000 Fällen gegeben. Das entspräche unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner 270.000 Infektionen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei über 2000 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Sobald der Höhepunkt der fünfte Corona-Welle erreicht sei, werde über eine Rücknahme der einschränkenden Maßnahmen entschieden, sagte Nehammer. Besonders umstritten ist die Sperrstunde in der Gastronomie ab 22.00 Uhr.

Vergangene Woche hatte Österreich als erstes Land der Europäischen Union eine allgemeine Corona-Impfpflicht beschlossen. Die Impfpflicht für alle Menschen ab 18 Jahren tritt am 4. Februar in Kraft. Hohe Geldstrafen für Impfverweigerer sollen ab Mitte März verhängt werden. Ausnahmen gibt es für Schwangere und für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2022 um 12:30 Uhr in den Nachrichten.