Start einer nordkoreanischen U-Boot-Rakete.  | Bildquelle: AFP

Treffen in Stockholm Atomgespräche zwischen USA und Nordkorea

Stand: 05.10.2019 14:19 Uhr

Im Juni hatten sich US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim auf eine Fortsetzung der Atomgespräche geeinigt. Nun gab es in Stockholm Verhandlungen auf Arbeitsebene - trotz vorheriger Provokation Pjöngjangs.

Die USA und Nordkorea haben in Stockholm ihre Gespräche über eine Denuklearisierung Pjöngjangs wieder aufgenommen. An dem Treffen nahmen der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Stephen Biegun, und der nordkoreanische Gesandte Kim Myong Gil teil. Kim hatte sich vor seiner Reise nach Schweden bereits optimistisch gezeigt und "große Erwartungen" geäußert.

Die Verhandlungen bestätigte die schwedische Außenministerin Ann Linde auf Twitter. Sie schrieb, es sei ermutigend, dass sich Delegationen der beiden Länder momentan in Schweden befänden, um Gespräche auf Arbeitsebene zu führen. Der Dialog sei notwendig, um eine Entnuklearisierung und eine friedliche Lösung zu erreichen, so Linde.

Schwedens Vermittler-Rolle

Medien berichteten, dass der schwedische Diplomat Kent Härstedt als Vermittler bei den Gesprächen anwesend war. Schweden hat eine wichtige Rolle im Verhältnis zwischen den beiden Ländern inne: Es pflegt im Gegensatz zu den USA offizielle diplomatische Verbindungen zu Nordkorea. Im März 2018 und im Januar hatte es in Vorbereitung einer Zusammenkunft zwischen Trump und Kim bereits ein Treffen in Schweden gegeben.

Erneuter Waffentest Pjöngjangs

Die Gespräche werden von einem erneuten Raketentest Pjöngjangs überschattet: Am Mittwoch hatte Nordkorea nach eigenen Angaben eine ballistische Waffe getestet. Die neuartige U-Boot-Rakete vom Typ Pukguksong-3 sei aus den Gewässern vor der Bucht von Wonsan abgefeuert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Der Test erfolgte kurz nach der Bekanntgabe, dass es erneut Atomverhandlungen mit den USA geben solle.

Bereits in der Vergangenheit hatte Pjöngjang derartige Waffentests vor Gesprächen mit den USA durchgeführt. Experten zufolge wolle das Land damit Stärke demonstrieren.

Kaum Fortschritte bei Verhandlungen

Seit Monaten kommen die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea zur atomaren Abrüstung nicht voran. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Februar hatten Trump und Kim keine Einigung über Schritte zur Denuklearisierung Nordkoreas erzielt. Bei einem Treffen der beiden Staatschefs im Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea verabredeten sie eine Fortsetzung der Gespräche auf Arbeitsebene.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2019 um 05:15 Uhr.

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