Polizisten stehen am Tatort in Londonderry, an dem bei gewaltsamen Ausschreitungen eine Journalistin getötet wurde. | Bildquelle: dpa

Konflikt in Nordirland "Neue IRA" gibt Tötung von Journalistin zu

Stand: 23.04.2019 09:57 Uhr

"Tragischerweise getötet": Die militante "Neue IRA" hat sich zur Tötung der Journalistin McKee bekannt. Die 29-Jährige habe bei Auseinandersetzungen in Nordirland an der Seite "feindlicher Kräfte" gestanden. Die Polizei nahm eine Verdächtige fest.

Für den Tod der Journalistin Lyra McKee bei gewaltsamen Auseinandersetzungen im nordirischen Londonderry hat sich die Gruppe "Neue IRA" verantwortlich gezeigt. Die militanten Republikaner veröffentlichten ein Bekennerschreiben, in dem sie betonen, dass die Reporterin "tragischerweise getötet" worden sei, als sie an der Seite "feindlicher Kräfte" (der Polizei) gestanden habe. Die Zeitung "The Irish News" veröffentlichte das Geständnis. Zugleich bat die militante Gruppe die Angehörigen McKees "aufrichtig um Entschuldigung".

Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin nahm die Polizei im nordirischen Derry eine 57-jährige Frau fest. Zwei am Samstag festgenommene junge Männer seien dagegen freigelassen worden, teilte die Polizei mit.

McKee war am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Londonderry erschossen worden. Die Journalistin wurde nach Polizeiangaben getroffen, als ein Mann auf Polizisten schoss.

Brandsätze auf Polizisten geschleudert

In Tatortnähe am Rande von Londonderry waren mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein. Die neuen Unruhen keimten auf, während irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnerten.

"Neue IRA" übernimmt Verantwortung für Ermordung von Journalistin in Londonderry
tagesschau 17:00 Uhr, 23.04.2019, Mareike Aden, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Splittergruppe stand früh unter Verdacht

Die Behörden gingen früh davon aus, dass die "Neue IRA" für die Tat verantwortlich ist. Die Gruppe setzt sich für einen Zusammenschluss Nordirlands mit Irland ein. Sie hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, bei dem rund 3500 Menschen getötet wurden. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft.

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des "Bloody Sunday". Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet.

Darstellung: