Donald Trump | Bildquelle: dpa

Trump beim NATO-Gipfel "Deutschland ist ein Gefangener Russlands"

Stand: 11.07.2018 10:42 Uhr

Der NATO-Gipfel in Brüssel hat offiziell noch nicht begonnen, schon kritisiert US-Präsident Trump Deutschland scharf: Deutschland sei von Russland wegen der Gaspipeline "total kontrolliert".

Im Streit um die Verteidigungsausgaben in der NATO hat US-Präsident Donald Trump Deutschland für den geplanten Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 mit Russland scharf kritisiert. Die USA beschützten Deutschland, doch die Bundesrepublik mache einen milliardenschwere Erdgasdeal mit Russland, sagte Trump bei einem bilateralen Gespräch mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

"Deutschland ist total von Russland kontrolliert", sagte der US-Präsident. Das Land sei ein "Gefangener" Russlands. Damit werde sich seine Regierung nicht abfinden. Das sei völlig unangemessen.

Stoltenberg wandte ein, es könne bisweilen unterschiedliche Einschätzungen bei Wirtschaftsprojekten der Verbündeten geben. Selbst während des Kalten Kriegs hätten NATO-Partner Handelsbeziehungen mit Russland gehabt. Das ließ Trump nicht gelten. Handel sei eine Sache, Energieimporte seien etwas ganz anderes, meinte der US-Präsident.

Trump startet NATO-Gipfel mit Tirade gegen Deutschland: Informationen von Markus Preiß, ARD Brüssel
tagesschau 12:00 Uhr, 11.07.2018

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Kritik von Trump an der Pipeline seit Monaten

Trump kritisiert das deutsch-russische Erdgasprojekt in der Ostsee seit Monaten scharf. Die USA sehen Europa als wichtigen Markt für ihr eigenes Fracking-Gas. Die rund 1200 Kilometer lange Pipeline Nord Stream 2 soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Mittel- und Westeuropa transportieren.

Der zweitägige NATO-Gipfel mit den Staats- und Regierungschefs aller 29 Bündnisstaaten beginnt offiziell am Mittag mit einer Zeremonie im NATO-Hauptquartier. Wichtiges Thema des zweitägigen Spitzentreffens sind die Bemühungen des Militärbündnisses, die Abschreckung und Verteidigung gegen Russland weiter zu stärken. Diese Themen dürften aber vom Streit um die Verteidigungsausgaben überschattet werden.

Etat für Verteidigung in Deutschland steigt

Vor Beginn des Gipfels wies Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Kritik von Trump an der Höhe der deutschen Wehrausgaben zurück. "Deutschland hat sich kräftig in die Richtung des Ziels bewegt", sagte von der Leyen im ARD-Morgenmagazin.

Im Haushalt für das kommende Jahr steige der Etat für Verteidigung um elf Prozent. Bis zum Jahr 2024 werde der Zuwachs etwa bei 80 Prozent liegen. Trump hat besonders Deutschland wiederholt dafür kritisiert, dass es das Zwei-Prozent-Ziel der Allianz weit verfehlt. Derzeit gibt Deutschland 1,2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für das Militär aus.

Stoltenberg verteidigte Deutschland und andere Verbündete gegen die Kritik von Trump und beschwor den Zusammenhalt des Bündnisses. Die NATO-Partner hätten bereits begonnen, mehr in Verteidigung zu investieren und täten noch mehr, sagte Stoltenberg bei dem Treffen mit Trump. "Eine starke NATO ist gut für Europa, sie ist auch gut für die Vereinigten Staaten."

Von der Leyen verteidigt vor NATO-Gipfel deutsche Verteidigungsausgaben
Morgenmagazin, 11.07.2018

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juli 2018 um 10:00 Uhr.

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